Kurz gefasst
- Nicht näher als 15–20 m an Gebäude, Drainagen, Rohre oder Sickergruben pflanzen — die Wurzeln zerstören sie.
- Wächst sehr schnell, lebt aber kurz: meist 40–60 Jahre.
- Die Äste sind brüchig — nach Stürmen und nassem Schnee brechen regelmäßig Starkäste aus.
- Benötigt einen feuchten oder staunassen Standort; verträgt Trockenheit schlecht.
- Die Rinde enthält Salicin — die Vorstufe des Wirkstoffs von Aspirin.
Botanische Daten
- Familie
- Salicaceae (Salicaceae)
- Höhe
- 8–15 m
- Breite
- 8–15 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos, Tonig, Sandig
- pH-Wert
- pH 5.5–8
- Feuchtigkeit
- Feucht, Nass, Mäßig
- Blütezeit
- März–April
- Winterhärte
- USDA 6a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Ein Baum mit kurzem Stamm und breiter, kuppelförmiger Krone, aus der dünne, biegsame Zweige herabhängen, die mitunter bis auf den Boden reichen. Die Blätter sind schmal lanzettlich, 8–16 cm lang, oberseits hellgrün, unterseits bläulich. Die Blüten sind unscheinbare Kätzchen, die sich im März und April entfalten, noch vor der vollen Belaubung. Das Wurzelsystem ist flach, sehr dicht und außergewöhnlich weit reichend.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Ein enormer Wasserbedarf — genau deshalb suchen die Wurzeln so aggressiv nach Feuchtigkeit und wachsen in Drainagen und Rohre hinein. Abseits eines Gewässerufers benötigt sie bei Trockenheit reichliche Wassergaben.
Düngung
Maßvoll — die Weide wächst ohnehin sehr schnell, und ein Stickstoffüberschuss ergibt noch brüchigere Triebe.
Pflanzung
Entscheidend ist der Abstand, nicht der Boden: nicht näher als 15–20 m an ein Gebäude, Fundamente, eine Drainage, Sickergrube, einen Brunnen oder Wasser- und Abwasseranschlüsse pflanzen. Der beste Standort ist das Ufer eines Teichs oder Flusses, fern von Installationen.
Schnitt
Systematisch tote, beschädigte und ausgebrochene Triebe entfernen; die hängenden Ruten kann man einkürzen, damit sie nicht über den Boden fegen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ein natürlicher Begleiter am Gewässerufer — beide Arten vertragen die Überflutung und passen zum selben, feuchten Standort.
Eine Pflanze der Uferzone, die zusammen mit der Weide eine naturnahe Einfassung des Teichs bildet.
Sie blüht im Vorfrühling im staunassen Grund am Fuß der Weide, bevor diese ihre volle Belaubung entfaltet.
Schlechte Nachbarschaft
Die sehr expansiven Wurzeln suchen aktiv nach Wasser, wachsen in undichte Rohre und Drainagen hinein, sprengen sie und können die Fundamente sowie Beläge beeinträchtigen. Ein sicherer Abstand beträgt mindestens 15–20 m.
Die flachen, dichten Wurzeln der Weide nehmen das gesamte Wasser und die Nährstoffe weg, und die hängenden Äste schneiden das Licht ab.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Rinde enthält Salicin — die Vorstufe der Salicylsäure, von der sich das Aspirin herleitet. Es ist keine giftige Substanz, doch Personen mit einer Salicylat-Allergie sollten den Kontakt mit dem Saft und mit Aufgüssen aus der Rinde meiden. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | Katzen metabolisieren Salicylate schlecht — das Fressen von Rinde oder Trieben kann eine Reizung des Verdauungstrakts auslösen. |
Geschichte und Herkunft
Im 18. Jahrhundert aus China nach Europa gebracht, wurde sie rasch zum Sinnbild der Trauer und Melancholie, weshalb man sie massenhaft auf Friedhöfen und in romantischen Parks pflanzte. Ein Auszug aus der Weidenrinde wurde bereits in der Antike gegen Schmerzen eingesetzt; das daraus isolierte Salicin gab den Anstoß zu den Arbeiten, die Ende des 19. Jahrhunderts zur Synthese des Aspirins führten.
Verwendung
Ausschließlich für große Gärten und Parks, am besten am Ufer eines Teichs, eines Flusses oder an einem zeitweise überfluteten Ort — unter Wahrung eines großen Abstands zu jeglicher Infrastruktur. Sie wird auch zur Befestigung von Böschungen und Ufern verwendet, da sie leicht aus in den Boden gesteckten Ruten wurzelt. In einem kleinen Garten pflanzt man statt ihrer besser auf Stamm veredelte Zwergweiden.
Wissenswertes
- Linné gab der Art den Namen babylonica in der Annahme, es handle sich um den Baum aus der biblischen Beschreibung der Flüsse Babylons — in Wirklichkeit stammt sie aus China, und am Euphrat wuchs eine ganz andere Weide.
- Die Mehrzahl der heute in polnischen Parks gepflanzten Exemplare ist nicht die reine Art, sondern die frosthärtere Hybride Salix × sepulcralis, meist die Sorte Chrysocoma mit gelben Trieben.
Häufige Fragen
Wie weit vom Haus entfernt darf man eine Trauerweide pflanzen?
Mindestens 15–20 m von Gebäude, Fundamenten, Terrasse, Drainage, Sickergrube, Brunnen und Wasser- und Abwasseranschlüssen. Die Wurzeln der Weide suchen aktiv nach Wasser, wachsen in undichte Rohre und Drainagen hinein, sprengen sie von innen, heben Beläge an und können die Fundamente beeinträchtigen. Auf einem typischen Baugrundstück gibt es für sie schlicht keinen sicheren Platz.
Wie alt wird eine Trauerweide?
Überraschend jung für einen Baum dieser Größe — meist 40–60 Jahre. Das ist der Preis für das schnelle Wachstum: das Holz ist weich und leicht, die Äste brüchig, und ältere Exemplare faulen oft im Inneren und verlieren bei Stürmen oder nassem Schnee Starkäste. Eine alte Weide über einem Weg oder Parkplatz erfordert regelmäßige Kontrollen.
Trocknet die Trauerweide das Grundstück aus?
Teilweise ja — ein erwachsener Baum nimmt sehr große Wassermengen auf und wird mitunter zur Entwässerung staunasser Flächen genutzt. Das ist jedoch keine kontrollierte Lösung: dieselben Wurzeln, die dem Boden Wasser entziehen, finden ebenso bereitwillig die Drainage und die Rohre. Zur Entwässerung eines Grundstücks nutzt man besser eine geplante Entwässerung und überlässt die Weide den Ufern von Gewässern.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Salix babylonicaInstitution / Botanischer Garten
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