Kurz gefasst
- Stark EXPANSIV — in einem kleinen Gartenteich erobert er in 2–3 Saisons die gesamte Uferzone.
- Ausschließlich in Körben pflanzen, die die Rhizome begrenzen, oder gleich in großen, naturnahen Gewässern.
- Der braune „Kolben“ ist der dichte weibliche Blütenstand; der feinere männliche sitzt unmittelbar darüber am selben Trieb und fällt rasch ab.
- Er wächst in flachem Wasser (etwa 10–40 cm) oder in dauerhaft nassem Boden; Austrocknen verträgt er nicht.
- Sehr frosthart und praktisch pflegefrei — das Problem ist seine Eindämmung, nicht seine Erhaltung.
- Hoher Naturwert: Schutz und Nistplatz für Wasservögel, natürliche Filterung des Wassers.
Botanische Daten
- Familie
- Typhaceae (Typhaceae)
- Höhe
- 1.5–2.5 m
- Breite
- 0.6–1.5 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Tonig, Torfig, Humos
- pH-Wert
- pH 5.5–8
- Feuchtigkeit
- Nass, Feucht
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 3a–10a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Durch Ausläufer, Aus Samen
Merkmale
Die Pflanze entspringt einem dicken, kriechenden Rhizom, das jede Saison neue Triebe hervorbringt — daher die Neigung, dichte, einartige Bestände zu bilden. Die Blätter sind bandförmig, steif, aufrecht, 1–3 cm breit (die breitesten unter den heimischen Rohrkolben) und graugrün. Der Blütenstand ist ein walzenförmiger, dunkelbrauner, samtig anzufassender „Kolben“ von 10–25 cm Länge, aus Tausenden winziger weiblicher Blüten zusammengesetzt; unmittelbar darüber sitzt am selben Trieb der schmalere und hellere männliche Blütenstand, der nach dem Ausstäuben des Pollens vertrocknet und abfällt und einen nackten Abschnitt an der Triebspitze hinterlässt. Im Herbst lockert sich der „Kolben“ und zerfällt in eine Wolke von Flughaaren, die die Samen tragen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Er wächst in flachem Wasser oder in dauerhaft damit gesättigtem Boden und lässt sich nicht übergießen. In einem Gefäß außerhalb des Gewässers muss der Wasserstand stets über die Oberfläche des Untergrunds reichen — ein Austrocknen des Wurzelballens führt rasch zum Vertrocknen der Blätter.
Düngung
In einem natürlichen, nährstoffreichen Gewässer ist die Düngung überflüssig und sogar schädlich — der Rohrkolben wächst ohnehin sehr stark, und ein Nährstoffüberschuss im Wasser begünstigt Algen.
Pflanzung
Uferzone oder Flachwasser mit einer Wassertiefe von etwa 10–40 cm über dem Untergrund. Im Garten AUSSCHLIESSLICH in einem festen Korb oder einem dichten, die Rhizome begrenzenden Gefäß pflanzen, das mit schwerem Tonboden gefüllt und mit Kies beschwert ist — direkt in den Grund gesetzt durchwächst er in wenigen Saisons das gesamte Ufer.
Schnitt
Vertrocknete Blätter und Blütenstände über dem Wasserspiegel herausschneiden und alle 2–3 Jahre den Korb herausnehmen und die herangewachsenen Rhizome mit dem Spaten oder der Säge zurückschneiden. Die Blütenstände vor dem Ausstreuen der Samenwolle entfernen, wenn man keine Sämlinge im ganzen Gewässer möchte.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Sie besetzen völlig verschiedene Zonen des Gewässers — der Rohrkolben den Ufergürtel, die Seerose die Tiefenzone — sie konkurrieren also nicht direkt, und der Rohrkolben schirmt die Wasserfläche vor Wind ab, was der Seerose zugutekommt.
Eine ebenso stark wachsende Röhrichtpflanze mit ähnlichen Ansprüchen — in einem großen, naturnahen Gewässer bilden sie zusammen ein dichtes Röhricht, das Wasservögeln Schutz bietet.
Schlechte Nachbarschaft
Die niedrige Sumpfdotterblume besetzt denselben Ufergürtel, wächst aber deutlich langsamer — der Rohrkolben beschattet sie rasch und verdrängt sie mit seinen Rhizomen.
Beide Pflanzen breiten sich durch Rhizome in derselben Flachwasserzone aus; in unmittelbarer Nachbarschaft gewinnt der höhere und schnellere Rohrkolben fast immer die Oberhand über den Kalmus.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Pflanze ist nicht giftig; ihre Rhizome wurden früher als Nahrung genutzt. Vorsicht jedoch vor den scharfen Blatträndern, an denen man sich leicht schneidet, sowie davor, dass Pflanzen aus verunreinigten Gewässern Schwermetalle anreichern. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Der Rohrkolben begleitet den Menschen seit Jahrtausenden. Seine langen, elastischen Blätter waren in Europa und Asien ein grundlegender Flechtrohstoff — aus dem „Rohr“ flocht man Matten, Körbe, Schnüre und Stuhlsitze, und mit dem trockenen Blatt dichtete man Fässer ab. Die stärkereichen Rhizome dienten mitunter als Hungernahrung, während die Samenwolle zum Füllen von Kissen und Rettungswesten genutzt wurde, unter anderem in großem Maßstab während des Zweiten Weltkriegs. Heute hat die Art eine neue Rolle gewonnen: Sie ist eine der grundlegenden Pflanzen von Pflanzenkläranlagen, wo sie überschüssigen Stickstoff und Phosphor aus dem Wasser aufnimmt.
Verwendung
Eine Pflanze für große, naturnahe Teiche, Rückhaltebecken und hauseigene Pflanzenkläranlagen, wo man sie für ihr Wachstumstempo, die Befestigung des Ufers durch ein dichtes Rhizomnetz und das Abfangen von Nährstoffen aus dem Wasser schätzt. In einem kleinen Teich hat sie nur als Strukturpflanze in einem festen, die Rhizome begrenzenden Gefäß Sinn — ihre senkrechten Blätter und die charakteristischen Kolben ergeben einen Effekt, den keine andere Uferpflanze ersetzt, doch ohne Kontrolle verwandelt sie das Gewässer rasch in ein Röhricht.
Wissenswertes
- Die braune „Zigarre“ besteht in Wirklichkeit aus Tausenden dicht gepackter weiblicher Blüten — ein einziger Blütenstand kann über 200 000 Samen hervorbringen, und jeder von ihnen schwebt an seinem eigenen Flughaar durch die Luft.
- Den Breitblättrigen Rohrkolben unterscheidet man am leichtesten vom Schmalblättrigen (Typha angustifolia) daran, dass beim Breitblättrigen der männliche Blütenstand unmittelbar an den weiblichen anschließt, während sie beim Schmalblättrigen eine deutliche Lücke am Trieb trennt.
- Die Rhizome des Rohrkolbens können sich im Lauf einer einzigen Saison um mehrere Dezimeter verlängern — das ist der Hauptgrund, weshalb man ihn im Gartenteich nur im Gefäß pflanzt.
Häufige Fragen
Kann man den Breitblättrigen Rohrkolben in einem kleinen Gartenteich pflanzen?
Ja, aber ausschließlich in einem festen Korb oder einem dichten, die Rhizome begrenzenden Gefäß, das in der Flachwasserzone aufgestellt wird. Direkt in den Grund gepflanzt erobert er die gesamte Uferzone in zwei bis drei Saisons und verdrängt die übrigen Pflanzen. Für Gewässer unter einigen Quadratmetern ist der Schmalblättrige Rohrkolben oder der zierlichere Zwerg-Rohrkolben (Typha minima) die sicherere Wahl.
Was sind die braunen „Kolben“ des Rohrkolbens?
Das sind die weiblichen Blütenstände — walzenförmige Ansammlungen von Tausenden winziger Blüten. Der männliche Blütenstand wächst unmittelbar darüber am selben Trieb, ist schmaler und heller, und nach dem Ausstäuben des Pollens vertrocknet er rasch und fällt ab, weshalb man im Sommer nur noch den braunen Kolben mit einem nackten Triebabschnitt darüber sieht. Im Herbst zerfällt der Kolben in Flughaare, die die Samen verbreiten.
Wie dämmt man einen Rohrkolben ein, der den Teich erobert hat?
Am wirksamsten ist das mechanische Ausgraben der Rhizome — das bloße Schneiden der Blätter bringt nichts, denn die Pflanze treibt aus den unterirdischen Ausläufern wieder aus. Es hilft auch, die Triebe mitten in der Saison dicht unter dem Wasserspiegel zu mähen, über 2–3 Jahre wiederholt, was die Reserven des Rhizoms allmählich erschöpft. Die Blütenstände sollte man vor dem Ausstreuen der Flughaare abschneiden, um die Aussaat zu begrenzen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- USDA PLANTS Database — Typha latifoliaInstitution / Botanischer Garten
Meine Notiz
Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.