Kurz gefasst
- In Polen heimisch; ein natürlicher Bestandteil der Röhrichte an Seen, Flüssen und Gräben.
- Standort: Uferzone des Gartenteichs oder ein dauerhaft feuchtes Ufer; sie verträgt zeitweilige Überflutung.
- Sie blüht von Mai bis Juli mit großen, gelben Blüten; reich blüht sie nur in der Sonne oder im leichten Halbschatten.
- Das Rhizom ist giftig — beim Teilen und Umpflanzen mit Handschuhen arbeiten.
- Sie breitet sich recht rasch über das Rhizom aus und sät sich mit Samen aus — im kleinen Teich in einem Korb pflanzen.
- Sehr frosthart (USDA 4) und praktisch pflegefrei.
Botanische Daten
- Familie
- Iridaceae (Iridaceae)
- Höhe
- 0.8–1.5 m
- Breite
- 0.4–0.8 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Tonig, Torfig, Humos
- pH-Wert
- pH 5–7.5
- Feuchtigkeit
- Nass, Feucht
- Blütezeit
- Mai–Juli
- Winterhärte
- USDA 4a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Samen, Durch Ausläufer
Merkmale
Eine Staude, die aus einem dicken, kriechenden Rhizom dichte Horste bildet. Die Blätter sind schwertförmig, steif, fächerartig angeordnet, graugrün, mit einer deutlichen Mittelrippe, und werden bis zu 1,5 m hoch. Die Blüten haben den typischen Bau einer Iris: drei große, herabhängende Hängeblätter mit dunklerer, orangebrauner Aderung sowie drei kleine, aufrechte Domblätter — das Ganze in intensivem Gelb, mit einem Durchmesser von 8–10 cm. Nach dem Verblühen bildet sie große, dreifächerige Samenkapseln. Außerhalb der Blütezeit bleibt der Horst dank der ausgeprägten, senkrechten Blattstruktur zierend.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Sie wächst natürlicherweise in der Uferzone und verträgt zeitweilige Überflutung schadlos — in der Natur kann sie wochenlang bis zum Blattansatz im Wasser stehen. Sie verträgt auch eine kurze Austrocknung des Ufers im Sommer, doch anhaltende Trockenheit endet mit vertrocknenden Blättern und ausbleibender Blüte in der folgenden Saison.
Düngung
An einem nährstoffreichen, schlammigen Ufer ist die Düngung meist überflüssig. Im Pflanzkorb genügt eine einzige Tablette Langzeitdünger, tief in den Untergrund gedrückt, damit sich die Nährstoffe nicht im Wasser des Gewässers lösen.
Pflanzung
Uferzone: ein dauerhaft feuchtes Ufer oder Flachwasser mit einer Wassertiefe von etwa 5–30 cm über dem Rhizom. Das Rhizom flach pflanzen, dicht unter der Oberfläche des Untergrunds — zu tiefes Pflanzen hemmt die Blüte. In einem kleinen Teich lohnt sich ein Pflanzkorb, denn der Horst wächst mit der Zeit deutlich heran.
Schnitt
Verblühte Blütenstände entfernen, wenn kein Selbstaussaat gewünscht ist — die Samenkapseln streuen die Samen direkt ins Wasser. Vertrocknete Blätter im Herbst oder Vorfrühling über dem Wasserspiegel herausschneiden und aus dem Gewässer entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Dieselbe Uferzone und dieselben Feuchtigkeitsansprüche, aber andere Blütezeiten — die niedrige Sumpfdotterblume blüht ab April, und wenn sie verblüht, übernimmt die höhere Schwertlilie den Staffelstab. Zusammen ergeben sie ein farbiges Ufer den ganzen Mai und Juni hindurch.
Sie besetzen verschiedene Zonen des Gewässers — die Schwertlilie den Ufergürtel, die Seerose die Tiefenzone — sie konkurrieren also nicht, und die senkrechten Blätter der Schwertlilie kontrastieren hübsch mit den flachen Blättern der Seerose.
Ähnliche schwertförmige Blätter und identische Standortansprüche, doch der Kalmus wächst langsamer und niedriger — sie bilden ein naturnahes, mehrschichtiges Röhricht ohne scharfe Konkurrenz.
Schlechte Nachbarschaft
Trotz der Verwandtschaft haben sie äußerst verschiedene Ansprüche: Die Bart-Iris benötigt einen trockenen, durchlässigen und sonnigen Standort, und ihr Rhizom muss sich an der Oberfläche wärmen — im dauerhaft nassen Boden der Sumpf-Schwertlilie fault es rasch.
Der Rohrkolben besetzt denselben Ufergürtel, ist aber höher und breitet sich mit Rhizomen deutlich schneller aus — mit der Zeit beschattet und verdrängt er die Horste der Schwertlilie.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Am stärksten giftig ist das Rhizom — es enthält Glykoside und Iridoidverbindungen. Der Verzehr ruft Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen hervor, und der Kontakt des frischen Safts mit der Haut verursacht bei empfindlichen Personen Reizungen und eine Hautentzündung. Beim Teilen und Umpflanzen mit Handschuhen arbeiten. |
| Hunde | Mäßig | Das Zerbeißen des Rhizoms ruft Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall hervor. |
| Katzen | Mäßig | Wie bei Hunden — Symptome des Verdauungstrakts nach dem Fressen des Rhizoms oder der Blätter. |
| Pferde | Mäßig | Die Tiere meiden die Pflanze wegen ihres bitteren Geschmacks meist, doch der Verzehr größerer Mengen von einer feuchten Weide kann den Verdauungstrakt reizen. |
Geschichte und Herkunft
Die Sumpf-Schwertlilie war seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der europäischen Feuchtgebietslandschaft und ging in die Kultur ein: Einer verbreiteten Hypothese zufolge steht gerade sie und nicht die Lilie hinter dem heraldischen Motiv der fleur-de-lis, das mit der französischen Monarchie verbunden wird. In der volkstümlichen Kräuterheilkunde wurde das Rhizom als starkes Abführmittel eingesetzt, heute wegen seiner Toxizität aufgegeben; aus Wurzeln und Blüten gewann man zudem Farbstoffe. Gegenwärtig hat die Art eine praktische Anwendung in Pflanzenkläranlagen und in der Phytoremediation gefunden — sie nimmt Schwermetalle und Nährstoffverbindungen gut aus dem Wasser auf. Als Zierpflanze über ihr natürliches Areal hinaus verschleppt, vor allem nach Nordamerika, hat sie sich dort so stark ausgebreitet, dass sie als invasive Art bekämpft wird — in Polen besteht dieses Problem nicht, denn hier ist sie heimisch und wird durch natürliche Konkurrenz und fressende Insekten in Schach gehalten.
Verwendung
Die grundlegende Pflanze der Uferzone von Gartenteichen, Weihern und Bächen sowie feuchter, staunasser Gartenbereiche, die sich anders nicht gestalten lassen. Die senkrechten, schwertförmigen Blätter geben dem Gewässer Struktur und kontrastieren gut mit den schwimmenden Blättern der Seerosen. Sie bewährt sich in naturnahen Pflanzungen, bei der Befestigung von Ufern und in Pflanzenkläranlagen. In einem kleinen Teich pflanzt man sie am besten in einen Korb, der das Wachstum des Rhizoms begrenzt.
Wissenswertes
- Die Samen der Sumpf-Schwertlilie besitzen eine korkige, lufthaltige Hülle und schwimmen auf dem Wasser — die Strömung trägt sie entlang des Ufers Dutzende Meter weit vom Mutterhorst fort.
- Der Artname pseudacorus bedeutet „falscher Kalmus“ — außerhalb der Blütezeit ähneln die Blätter der Schwertlilie täuschend dem Kalmus, doch ihnen fehlt dessen charakteristisches Aroma beim Zerreiben.
- Die Pflanze wird mitunter in hauseigenen Pflanzenkläranlagen gesetzt, weil sie Stickstoff, Phosphor und Schwermetalle wirksam aus dem Wasser aufnimmt.
Häufige Fragen
Ist die Sumpf-Schwertlilie invasiv?
In Polen nicht — sie ist eine heimische Art und ein natürlicher Bestandteil unserer Röhrichte, ihre Pflanzung am Wasser ist also unbedenklich. Als invasiv gilt sie dagegen außerhalb ihres natürlichen Areals, vor allem in Nordamerika, wohin sie als Zierpflanze gelangte. Im Garten sollte man bedenken, dass sie schlicht expansiv ist: Sie breitet sich über das Rhizom aus und sät sich mit Samen aus, weshalb man sie im kleinen Teich besser in einem Pflanzkorb hält und verblühte Blütenstände entfernt.
Ist die Sumpf-Schwertlilie giftig?
Ja, vor allem das Rhizom. Sein Verzehr ruft bei Menschen und Tieren Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen hervor, und der Kontakt des frischen Safts mit der Haut kann bei empfindlichen Personen eine Reizung verursachen. Es ist keine im alltäglichen Umgang gefährliche Pflanze — es genügt, ihre Teile nicht zu verzehren und beim Teilen sowie Umpflanzen des Horstes mit Handschuhen zu arbeiten.
Muss die Sumpf-Schwertlilie im Wasser stehen?
Sie muss nicht, doch das ist ihr natürlicher Lebensraum. Am besten wächst sie im Flachwasser mit einer Wassertiefe von etwa 5–30 cm über dem Rhizom oder an einem dauerhaft feuchten Ufer und verträgt zeitweilige Überflutung schadlos. Sie kommt auch in einer gewöhnlichen, feuchten Rabatte zurecht, sofern der Boden nicht längere Zeit austrocknet — an einem trockenen Platz wächst sie schwach und blüht nicht.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Iris pseudacorusInstitution / Botanischer Garten
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