Kurz gefasst
- Die Blüten von ungewöhnlichem, strahlenförmigem Aufbau erscheinen von Juni bis September.
- In Polen erfordert sie außerhalb der wärmsten Gegenden eine Kultur im Kübel, der drinnen überwintert wird, oder eine solide Abdeckung im Freiland.
- Sie klettert mithilfe von Haftranken — sie benötigt ein Netz, Gitter oder Schnüre.
- Die orangegelben Früchte reifen im Herbst, im reifen Zustand essbar, aber weniger schmackhaft als die Maracuja aus dem Handel.
- Sie wächst in der Saison sehr schnell — bis zu mehrere Meter in einem Sommer.
Botanische Daten
- Familie
- Passifloraceae (Passifloraceae)
- Höhe
- 3–9 m
- Breite
- 1–2 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juni–September
- Winterhärte
- USDA 8a–10b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen, Durch Absenker
Merkmale
Eine an der Basis krautige, verholzende Kletterpflanze, die sich mithilfe spiraliger Ranken emporhangelt. Die charakteristischen Blüten haben eine flache, strahlenförmige Anordnung der Blütenblätter um eine markante Krone fadenförmiger Anhängsel in Weiß, Blau und Violett, die die zentral angeordneten Stempel und Staubblätter umgeben. Die Frucht ist eine orangegelbe, eiförmige Beere.
Anbau und Pflege
Bewässerung
In Polen erfordert sie außerhalb der wärmsten Gegenden eine Kultur im Kübel, der über den Winter in einen hellen, kühlen Raum (5–10 °C) gebracht wird, oder eine solide Abdeckung im Freiland an geschützter Stelle — sie ist nicht vollständig frosthart.
Düngung
Die Düngung im Herbst einstellen, damit sich die Pflanze auf die Ruhephase vorbereiten kann.
Pflanzung
Im Freiland den wärmsten, windgeschützten Platz wählen, z. B. an einer Südwand; in kühleren Regionen kultiviert man sie besser in einem großen Kübel.
Schnitt
Die Triebe um 1/3 bis 1/2 einkürzen, erfrorene und geschwächte Teile entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Wärme- und Lichtansprüche erlauben es, sie am selben sonnigen und geschützten Standort zu vereinen, z. B. an einer Südwand.
Ein mediterraner Begleiter, der trockeneren, durchlässigen Boden am Fuß der Kletterpflanze gut verträgt.
Schlechte Nachbarschaft
Die Passionsblume verträgt Staunässe an den Wurzeln schlecht, was Fäulnis begünstigt — die Nachbarschaft von Pflanzen mit ständigem Feuchtigkeitsbedarf erschwert eine gemeinsame Bewässerung.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Unreife Früchte und Blätter enthalten geringe Mengen cyanogener Verbindungen — reife Früchte sind essbar, aber weniger schmackhaft als die der echten Maracuja (Passiflora edulis). |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Der Gattungs- und Artname bezieht sich auf die christliche Symbolik des 16. Jahrhunderts — spanische Missionare in Südamerika erkannten im Bau der Blüte Symbole der Passion Christi (Dornenkrone, Nägel, Apostel), daher „Passiflora“ und der polnische Name „męczennica“. Nach Europa wurde sie im 16.–17. Jahrhundert als Zierpflanze für Orangerien eingeführt.
Verwendung
Zum Bepflanzen von Pergolen, Gittern und Pfosten in warmen, geschützten Gartenwinkeln oder auf der Terrasse in einem großen Kübel, der im Winter ins Innere geholt wird. Eine wirkungsvolle Pflanze für einen saisonalen exotischen Akzent.
Wissenswertes
- Der Bau der Passionsblumenblüte inspirierte bereits in der Kolonialzeit eine reiche religiöse Symbolik — die Krone der fadenförmigen Anhängsel wurde bisweilen als Dornenkrone gedeutet.
- Die Gattung Passiflora umfasst über 500 Arten, von denen die wirtschaftlich bekannteste die Maracuja (Passiflora edulis) ist, die für ihre Früchte angebaut wird.
Häufige Fragen
Übersteht die Blaue Passionsblume den polnischen Winter im Freiland?
Nur in den wärmsten Regionen des Landes und mit solider Abdeckung (z. B. einer dicken Schicht Rindenmulch, Vlies, Stroh). In den meisten Teilen Polens ist es sicherer, sie im Kübel zu kultivieren und über den Winter in einen hellen, kühlen Raum mit 5–10 °C zu stellen.
Kann man die Früchte der Blauen Passionsblume essen?
Ja, die reifen, orangegelben Früchte sind essbar, wenngleich ihr Geschmack deutlich milder und weniger aromatisch ist als der der bekannten Maracuja aus dem Handel (Passiflora edulis). Unreife Früchte und Blätter meidet man besser — sie enthalten Spuren cyanogener Verbindungen.
Woran klettert die Passionsblume empor?
Sie bildet spiralige Haftranken, mit denen sie sich um dünne Stützelemente windet — sie benötigt ein Netz, Gitter, Schnüre oder ein feines Spalier, im Gegensatz zu selbstklimmenden Kletterpflanzen wie dem Efeu.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Passiflora caeruleaInstitution / Botanischer Garten
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