Rostrote Weinrebe

Vitis coignetiae · Crimson glory vine (EN) · Rostrote Weinrebe (DE)

Die Rostrote Weinrebe (Vitis coignetiae) ist eine gewaltige Zierkletterpflanze mit bis zu 30 cm großen Blättern, die ausschließlich wegen ihrer spektakulären karmin- bis scharlachroten Herbstfärbung kultiviert wird — ihre kleinen Früchte sind so sauer und herb, dass sie praktisch ungenießbar sind.

Sonne/Halbschatten Mäßig Wasser USDA 5a–9a
Bewässerungsrechner

Kurz gefasst

  • Eine Zier-, keine Obstpflanze — die Früchte sind klein und herb und für Hunde stark giftig; man kultiviert sie ausschließlich wegen der Blätter.
  • Riesige, herzförmige Blätter von bis zu 30 cm Durchmesser; im Herbst färben sie sich karmin-, scharlach- und purpurrot — das ist die stärkste Seite der Art.
  • Sie wächst sehr stark, bis 10–15 m, und verlangt eine wirklich kräftige Konstruktion: eine Pergola, ein Spalier oder einen alten Baum.
  • Sie klettert mit Ranken, nicht mit Haftscheiben — an einer glatten Wand hält sie sich im Unterschied zur Dreispitzigen Jungfernrebe nicht von allein.
  • Die intensivste Herbstfarbe zeigt sie in voller Sonne und auf einem nicht zu stickstoffreichen Boden.
  • Im Februar schneiden, in der tiefen Ruhe — nach dem Saftaufstieg „bluten“ die Weinreben stark.

Botanische Daten

Familie
Vitaceae (Vitaceae)
Höhe
8–15 m
Breite
3–6 m
Wuchsform
Kriechend
Wuchsgeschwindigkeit
Schnell
Standort
Sonne, Halbschatten
Boden
Lehmig, Humos, Sandig
pH-Wert
pH 6–7.5
Feuchtigkeit
Mäßig
Blütezeit
Juni–Juli
Winterhärte
USDA 5a–9a
Vermehrung
Aus Stecklingen, Durch Absenker, Aus Samen

Merkmale

Eine kräftige, verholzende Kletterpflanze mit dicken, von einem rostfarbenen Filz überzogenen Trieben — daher der deutsche Name Rostrote Weinrebe. Die Blätter sind das, wofür diese Art kultiviert wird: sehr groß (15–30 cm), breit herzförmig, flach 3–5-lappig, dick und deutlich runzlig, unterseits rostfarben behaart; im Herbst färben sie sich allmählich und ergeben an einer einzigen Pflanze die ganze Palette von Grün über Orange und Scharlach bis zu tiefem Karmin. Die Ranken sind gegabelt und wachsen den Blättern gegenüber — mit ihnen windet sich die Pflanze um die Stütze. Die Blüten sind klein, grünlich, unscheinbar, in Rispen vereint. Die Früchte sind kugelige, schwarzpurpurne Beeren mit Wachsreif, etwa 1 cm im Durchmesser, mit stark saurem und herbem Fruchtfleisch.

Anbau und Pflege

Bewässerung

Regelmäßiges Gießen benötigen junge Pflanzen sowie Exemplare, die an einer Hauswand wachsen, wo der Dachüberstand das Niederschlagswasser abschneidet — das ist die häufigste Ursache von Misserfolgen bei der Kultur von Kletterpflanzen. Eine ausgewachsene Kletterpflanze mit ausgebautem Wurzelsystem kommt allein zurecht, verträgt aber kein stehendes Wasser.

Im Sommer alle ~7 Tage · Trockenheitstoleranz: Mittel

Düngung

Sparsam. Ein Stickstoffüberschuss ergibt einen üppigen, grünen Zuwachs auf Kosten der wichtigsten Ziereigenschaft — der Intensität und Frühzeitigkeit der herbstlichen Blattfärbung. Eine überdüngte Pflanze bleibt bis weit in den Herbst grün, woraufhin die Blätter ohne eindrucksvolle Färbung abfallen.

einmal pro Saison, im Frühjahr · kompost, nawóz wieloskładnikowy o niskiej zawartości azotu

Pflanzung

Entscheidend ist die tragende Konstruktion, über die VOR dem Pflanzen entschieden werden muss. Die Rostrote Weinrebe klettert mit Ranken und nicht mit Haftscheiben — an einer glatten Wand hält sie sich im Unterschied zur Dreispitzigen Jungfernrebe nicht von allein. Sie benötigt ein solides Spalier, eine Pergola, ein Seilsystem oder einen alten, kräftigen Baum; die Konstruktion muss das Gewicht einer ausgewachsenen, verholzten Kletterpflanze tragen, leichte Kunststoffgitter scheiden also aus. An einer Wand 10–15 cm Abstand für die Luftzirkulation lassen. Der Boden nährstoffreich und durchlässig.

Zeitpunkt: Frühjahr (April–Mai) oder Frühherbst · Abstand 200–300 cm

Schnitt

Die Kletterpflanze wächst sehr stark und verlangt eine entschiedene Begrenzung: die Zuwächse einkürzen, schwache, verworrene und über die vorgesehene Konstruktion hinausragende Triebe ausschneiden. Man kann auch mehrere bleibende Gerüsttriebe führen und die daraus hervorwachsenden Seitenzuwächse jährlich einkürzen.

Zeitpunkt: In der tiefen Ruhe, im Februar — vor dem Saftaufstieg. · Achtung: Nicht im Frühjahr nach dem Austrieb schneiden — die Weinreben „bluten“ sehr stark und verlieren durch die Wunden große Mengen Saft, was die Pflanze schwächt. Nicht an Regenrinnen, unter Dachziegeln oder an schwachen Stützen pflanzen: Die Ranken drängen sich in jede Ritze, und das Gewicht einer ausgewachsenen Kletterpflanze kann eine leichte Konstruktion abreißen.

Begleitpflanzen

Gute Nachbarschaft

WeinrebePraktische Beobachtung

Ähnliche Ansprüche und dieselbe Führung (Ranken, Schnitt in der Ruhe), aber umgekehrte Rollen: Die Weinrebe liefert essbare Früchte, die Rostrote Weinrebe — die Herbstfarbe. An einer gemeinsamen Pergola gepflanzt, ergänzen sie einander die ganze Saison über.

Großblumige WaldrebePraktische Beobachtung

Eine klassische Kombination von Kletterpflanzen: Die Waldrebe blüht im Sommer in den lichtdurchfluteten Partien der Konstruktion, während das dichte Laub der Weinrebe ihre empfindliche Wurzelzone beschattet und kühlt — gemäß dem Grundsatz „Kopf in der Sonne, Füße im Schatten“.

FunkiePraktische Beobachtung

Die schattenliebende Staude bepflanzt gut den Fuß der Kletterpflanze, beschattet und kühlt den Boden rund um die Wurzeln, ohne an der Konstruktion um Licht zu konkurrieren.

Schlechte Nachbarschaft

Zarte, langsam wachsende Kletterpflanzen an derselben KonstruktionPraktische Beobachtung

Die Rostrote Weinrebe legt jährlich mehrere Meter zu und erstickt binnen zwei bis drei Saisons schwächere Kletterpflanzen, die sich mit ihr die Stütze teilen, vollständig, indem sie ihnen mit ihren riesigen Blättern das Licht nimmt.

Junge Obst- und ZiergehölzePraktische Beobachtung

Die Kletterpflanze klettert am Stamm in die Krone, beschattet die Blätter des Wirtes und belastet die Äste mechanisch. Zum Hinaufführen eignen sich ausschließlich alte, kräftige, gut eingewachsene Exemplare, denen der Verlust eines Teils des Lichts nicht schadet.

Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.

Giftigkeit

Für wenStufeHinweise
Menschen Keine Die Früchte sind nicht giftig, aber sehr sauer, herb und voller Kerne — roh praktisch ungenießbar. Die Pflanze ist eine Zier-, keine Obstpflanze.
Hunde Hoch Die Früchte von Pflanzen der Gattung Vitis (Weintrauben und Rosinen) sind für Hunde stark giftig — sie können schon nach dem Verzehr einer geringen Menge akutes Nierenversagen auslösen. Heruntergefallene Früchte sollten aufgesammelt werden.
Katzen Leicht Der Mechanismus der Traubentoxizität ist bei Katzen schwächer dokumentiert als bei Hunden, doch Vorsicht ist angeraten.

Geschichte und Herkunft

Die Art stammt aus den Bergwäldern Japans, Koreas und des russischen Fernen Ostens. Nach Europa gelangte sie in den 1870er Jahren, in der Zeit der Faszination der Gärtner für die Flora des sich der Welt frisch öffnenden Japan. Der Artname erinnert an Marie Coignet — eine Französin, die die Samen dieser Weinrebe aus Japan nach Lyon brachte. Im europäischen Gartenbau wurde sie rasch als Kletterpflanze mit der wirkungsvollsten herbstlichen Blattfärbung geschätzt, und die Weinzüchter interessierten sich für sie als Quelle von Widerstandsfähigkeit.

Verwendung

Zur Begrünung von Pergolen, Lauben, Spalieren, kräftigen Rankgerüsten und Zäunen sowie zum Hinaufführen an alte, starke Bäume. Sie bewährt sich überall dort, wo im Sommer schnell ein dichter, grüner Sichtschutz und im Herbst ein starker Farbakzent gebraucht wird — sie ist eine der wirkungsvollsten Pflanzen des herbstlichen Gartens. Für die Fruchternte und für glatte Wände ohne tragende Konstruktion eignet sie sich nicht. Wegen ihrer Wuchskraft benötigt sie Platz und einen jährlichen Schnitt.

Wissenswertes

  • Der Artname erinnert an Marie Coignet, die in den 1870er Jahren die Samen dieser Weinrebe aus Japan nach Frankreich brachte.
  • Die Blätter der Rostroten Weinrebe gehören zu den größten der gesamten Gattung Vitis — sie können 30 cm Durchmesser erreichen, also die Größe eines ansehnlichen Tellers.
  • Die Art wird in der Weinzüchtung mitunter als Quelle von Genen für Frosthärte und Krankheitsresistenz genutzt, die an die Kultursorten weitergegeben werden.

Häufige Fragen

Sind die Früchte der Rostroten Weinrebe essbar?

Für den Menschen sind sie nicht giftig, in der Praxis aber ungenießbar: Sie sind klein (etwa 1 cm), voller Kerne, sehr sauer und herb. Allenfalls macht man daraus Saft oder Gelee mit viel Zucker — und selbst das hat nichts mit der Qualität von Tafeltrauben gemein. Diese Art kultiviert man ausschließlich wegen der Blätter und der Herbstfarbe. Ein wichtiger Hinweis für Hundehalter: Die Früchte von Pflanzen der Gattung Vitis sind für Hunde stark giftig und können akutes Nierenversagen auslösen, weshalb es sich lohnt, heruntergefallene Beeren aufzusammeln.

Klettert die Rostrote Weinrebe von allein an einer Wand hoch?

Nein. Das ist das häufigste Missverständnis beim Kauf dieser Kletterpflanze. Die Rostrote Weinrebe klettert mit Ranken, die etwas zum Umwinden haben müssen — sie benötigt ein Spalier, ein Seilsystem, eine Pergola oder einen Baum. An glattem Putz oder Mauerwerk kommt sie nicht hinauf und fällt schlicht herunter. Die Kletterpflanze, die sich dank ihrer in Haftscheiben endenden Haftorgane selbstständig an der Wand hält, ist die Dreispitzige Jungfernrebe — wenn das Ziel die Begrünung einer kahlen Wand ohne Konstruktion ist, muss man sie wählen. Die Konstruktion für die Rostrote Weinrebe muss solide sein: Eine ausgewachsene, verholzte Kletterpflanze ist wirklich schwer.

Warum färben sich die Blätter der Rostroten Weinrebe nicht rot?

Die häufigsten Ursachen sind zu starke Beschattung und eine Überdüngung mit Stickstoff. Die Farbstoffe, die für die karminrote Herbstfarbe verantwortlich sind, entstehen am intensivsten in stark belichteten Blättern, sodass die Pflanze im Schatten allenfalls vergilbt. Ein Stickstoffüberschuss hält die Blätter bis weit in den Herbst grün und vegetativ und verzögert oder vereitelt die Färbung. Auch das Wetter spielt eine Rolle: Die schönste Farbe ergeben sonnige Tage und kühle, aber frostfreie Nächte — ein warmer, bewölkter Herbst fällt immer blass aus. Junge Pflanzen färben sich schwächer als gut eingewachsene Exemplare.

Quellen

Bearbeitung:Redakcja Atlas-Flora. Aktualisierung: 16.7.2026.

Meine Notiz

Private Notiz zu dieser Pflanze — in deinem Browser gespeichert.

Ähnliche Pflanzen