Kurz gefasst
- Dreilappige Blätter, nicht handförmig geteilt wie bei der Fünfblättrigen Jungfernrebe — das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten.
- Heftet sich selbstständig ans Substrat, stärker als die Fünfblättrige Jungfernrebe, dank großer, scheibenförmiger Haftorgane.
- Benötigt kein Gitter und keine Kletterhilfe — er klettert an glatten Mauern und sogar an Glas empor.
- Im Herbst verfärbt sich das Laub in intensives Rot und Scharlachrot.
- Weltweit als „Boston ivy“ bekannt — nach den historischen Universitätsmauern in den USA, die er überzieht.
Botanische Daten
- Familie
- Vitaceae (Vitaceae)
- Höhe
- 10–20 m
- Breite
- 3–8 m
- Wuchsform
- Überhängend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten, Schatten
- Boden
- Lehmig, Humos, Sandig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Juni–Juli
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Ein verholzender, selbstkletternder Schlinger mit glänzenden, dreilappigen Blättern — im Unterschied zur Fünfblättrigen Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia), die handförmig aus fünf einzelnen Blättchen zusammengesetzte Blätter hat. Ans Substrat heftet er sich mit verzweigten Ranken, die in scheibenförmigen Haftorganen (Saugnäpfen) enden und selbst an glatten, senkrechten Flächen wie Glas oder Putz weit stärker haften als bei der Fünfblättrigen Jungfernrebe. Die kleinen, grünlichen Blüten sind unauffällig; im Herbst erscheinen dunkelblaue Beeren.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsresistent; regelmäßiges Gießen ist vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung nötig.
Düngung
Eine anspruchslose Pflanze — ein Düngerüberschuss führt zu noch stärkerem, schwer zu kontrollierendem Wuchs.
Pflanzung
Verträgt nahezu jeden Boden; heftet sich mit seinen in Saugnäpfen endenden Haftorganen selbstständig ans Substrat und benötigt kein zusätzliches Gitter und keine Schnüre.
Schnitt
Den kräftigen Wuchs eindämmen, in unerwünschte Richtungen wachsende Triebe entfernen (Fenster, Regenrinnen, Dachziegel).
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Eine nah verwandte Art mit anderer Blattform (dreilappig statt handförmig aus fünf Blättchen zusammengesetzt) — an benachbarten Abschnitten derselben Fassade gepflanzt, ergeben sie einen interessanten Texturkontrast bei ähnlichen Kulturansprüchen.
Die in Saugnäpfen endenden Haftorgane halten sich fest an glatten, harten Flächen, ohne eine zusätzliche Kletterhilfe zu benötigen.
Schlechte Nachbarschaft
Die starken Saugnäpfe können in vorhandene Risse eindringen und die Zerstörung geschwächter, instabiler Flächen beschleunigen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Mäßig | Die Früchte (dunkelblaue Beeren) enthalten Calciumoxalate und sind bei Verzehr giftig. |
| Hunde | Mäßig | — |
| Katzen | Mäßig | — |
Geschichte und Herkunft
Im 19. Jahrhundert aus Ostasien als Zierpflanze zur Mauerbegrünung nach Europa und Nordamerika gebracht. Den Beinamen „Boston ivy“ erhielt er durch die verbreitete Verwendung an den Fassaden historischer Gebäude in Boston und auf den Campussen amerikanischer Universitäten, wo er die Mauern bis heute überzieht, obwohl der lateinische Name keine Verwandtschaft mit dem echten Efeu (Gattung Hedera) anzeigt.
Verwendung
Für die dichte, selbstkletternde Begrünung von Mauern, Beton- und Ziegelfassaden sowie Zäunen — überall dort, wo es auf maximale Bedeckung ohne den Bau einer zusätzlichen Kletterhilfe ankommt. Die eindrucksvolle, intensiv rote Herbstfärbung macht ihn zu einem beliebten saisonalen Akzent im städtischen Grün.
Wissenswertes
- Gerade die dichte Mauerbegrünung durch Kletterpflanzen dieser Art gab dem Begriff „Ivy League“ für die Gruppe der renommierten amerikanischen Universitäten seinen Ursprung, auch wenn sich der Name allgemein auf Efeu bezieht, der alte Gebäude überzieht, und nicht ausschließlich auf diese Art.
- Im Gegensatz zur Fünfblättrigen Jungfernrebe, deren Haftorgane etwas schwächer halten, kann die Dreispitzige Jungfernrebe sogar an vollkommen glattem Glas emporklettern.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Dreispitzige Jungfernrebe von der Fünfblättrigen Jungfernrebe?
Am leichtesten lassen sie sich an den Blättern unterscheiden: Die Dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspidata) hat dreilappige Blätter, die an ein einzelnes, tief eingeschnittenes Blatt erinnern, während die Fünfblättrige Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) handförmig aus fünf deutlich getrennten Blättchen zusammengesetzte Blätter hat. Die Dreispitzige Jungfernrebe haftet außerdem stärker an glatten Flächen, auch an Glas.
Beschädigt die Dreispitzige Jungfernrebe die Gebäudefassade?
Die starken, in Saugnäpfen endenden Haftorgane können schwache, rissige Putze beschädigen, indem sie in vorhandene Spalten eindringen, richten an soliden, unversehrten Ziegel- oder Betonmauern aber gewöhnlich keinen Schaden an. Es lohnt sich, den Zustand der Fassade regelmäßig zu kontrollieren, besonders an Fenstern und Regenrinnen.
Braucht die Dreispitzige Jungfernrebe ein Gitter zum Klettern?
Nein — im Gegensatz zu windenden Kletterpflanzen wie Blauregen oder Hopfen heftet sich die Dreispitzige Jungfernrebe mit ihren in Saugnäpfen endenden Haftorganen selbstständig ans Substrat und klettert selbst an glatten, senkrechten Mauern ohne jede zusätzliche Kletterhilfe empor.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Parthenocissus tricuspidataInstitution / Botanischer Garten
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