Kurz gefasst
- Benötigt volle Sonne und eine warme, geschützte Wand — im Schatten blüht sie praktisch nicht.
- Sehr expansiv: Die Wurzelausläufer kommen mehrere Meter von der Pflanze entfernt heraus.
- Auf die ersten Blüten muss man gewöhnlich 3–5 Jahre ab der Pflanzung warten.
- Sie blüht an den diesjährigen Trieben — im zeitigen Frühjahr kräftig schneiden.
- Der Saft kann die Haut reizen; zum Schnitt Handschuhe anziehen.
Botanische Daten
- Familie
- Bignoniaceae (Bignoniaceae)
- Höhe
- 5–10 m
- Breite
- 2–4 m
- Wuchsform
- Kriechend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Humos, Lehmig, Sandig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- Juli–September
- Winterhärte
- USDA 5a–9b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker, Aus Samen
Merkmale
Eine Kletterpflanze, die bis zu 10 m hoch wird, mit verholzten Trieben, die sich mit Haftwurzeln an der Stütze festhalten, unterstützt durch das Winden um die Konstruktion. Die unpaarig gefiederten Blätter, zusammengesetzt aus 7–11 gezähnten Fiederblättchen, unterscheiden sich deutlich von den einfachen Blättern der meisten Kletterpflanzen. Die 6–9 cm langen Blüten haben die Form einer verlängerten Trompete, die sich zu einem fünflappigen Teller erweitert, und stehen in lockeren Trauben an den Enden der diesjährigen Triebe. Nach der Blüte bilden sich lange, schotenartige Samenkapseln.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsresistent. Nur in den ersten beiden Jahren und während langer Hitzeperioden regelmäßig gießen.
Düngung
Sehr vorsichtig mit Stickstoff — reichlich gedüngt bildet die Klettertrompete eine enorme Masse an Trieben und Blättern und blüht fast gar nicht.
Pflanzung
Ein warmer, sonniger und vor Wind geschützter Standort — am besten eine Süd- oder Westwand. Es lohnt sich, gleich eine Wurzelsperre (z. B. eine Einfassung auf 40–50 cm) einzugraben, die die späteren Wurzelausläufer begrenzt.
Schnitt
Kräftig und regelmäßig schneiden: die Seitentriebe auf 2–3 Knospenpaare vom Gerüst der Pflanze einkürzen. Die Blüten werden an den diesjährigen Trieben angelegt, ein starker Schnitt nimmt also nicht die Blüte, sondern verbessert sie sogar.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Eine ausgewachsene Klettertrompete wiegt einige Dutzend Kilogramm und wirft leichte Holzgitter um — eine solide Stütze ist die Bedingung für eine gelungene Kultur.
Er verträgt denselben heißen, trockenen und sonnigen Standort am Fuß der Wand, und sein niedriger Wuchs konkurriert nicht mit der Kletterpflanze um Licht.
Eine trockenheitsliebende Staude, die den nackten Fuß der Triebe der Klettertrompete gut verdeckt, ohne ein Gießen zu erfordern, das die Klettertrompete ohnehin nicht braucht.
Schlechte Nachbarschaft
Die Klettertrompete treibt Wurzelausläufer sogar mehrere Meter von der Mutterpflanze entfernt und dringt in benachbarte Kulturen ein, wo sie schwer auszurotten ist.
An derselben Konstruktion gezogen wird sie erstickt — die Klettertrompete wächst erheblich stärker und übernimmt rasch die gesamte Stütze und das Licht.
Die Haftwurzeln wachsen in die Ritzen des Putzes und unter die Dachdeckung, und die Masse der Triebe verformt die Dachrinnen — in Abstand zu solchen Bauteilen pflanzen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Der Saft aus Trieben und Blättern kann bei empfindlichen Menschen Rötungen und Hautreizungen verursachen — beim Schnitt sollte man mit Handschuhen arbeiten. Die Pflanze ist nicht essbar. |
| Hunde | Leicht | Der Verzehr von Blättern kann eine Reizung des Verdauungstrakts und Erbrechen auslösen. |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
In der Natur wächst sie im Südosten der Vereinigten Staaten, wo ihre Blüten eine der wichtigeren Nektarquellen für Kolibris sind — daher der englische Name hummingbird vine. Nach Europa wurde sie im 17. Jahrhundert als gärtnerische Kuriosität gebracht; in den wärmeren Regionen des Kontinents hat sie sich so weit eingebürgert, dass sie örtlich an Wegen und Zäunen verwildert.
Verwendung
Zur Begrünung kräftiger Pergolen, Lauben, Gitter, Pfosten und warmer Südwände — überall dort, wo Platz für eine große, starkwüchsige Pflanze ist und wo ein regelmäßiger Schnitt kein Problem darstellt. Wegen ihrer Expansivität eignet sie sich weder für kleine Gärten noch für die Nachbarschaft empfindlicher Rabatten.
Wissenswertes
- In der Heimat der Klettertrompete werden ihre trompetenförmigen Blüten von Kolibris bestäubt — die Länge der Blütenröhre entspricht der Länge ihres Schnabels, und das grelle Rot ist die Farbe, die diese Vögel am besten sehen.
- In Amerika trägt sie auch den Beinamen cow itch vine, also ungefähr „Kletterpflanze, von der es juckt“, denn der Kontakt mit dem Saft kann die Haut reizen.
- Die Wurzelausläufer können mehrere Meter von der Mutterpflanze entfernt durch den Rasen kommen und noch Jahre nach der Entfernung des Exemplars auftauchen.
Häufige Fragen
Warum blüht meine Klettertrompete nicht?
Die häufigsten Ursachen sind ein zu junges Alter der Pflanze (die ersten Blüten erscheinen gewöhnlich nach 3–5 Jahren), zu wenig Sonne sowie ein Stickstoffüberschuss in der Düngung, der die Pflanze dazu verleitet, Triebe statt Blütenknospen zu bilden. Es hilft auch ein kräftiger Schnitt im zeitigen Frühjahr, denn die Blüten werden an den diesjährigen Trieben angelegt.
Wie wird man die Ausläufer der Klettertrompete los?
Die Ausläufer schneidet man am besten systematisch dicht über dem Boden ab oder mäht sie mit dem Rasen mit — die Pflanze selbst schwächt sich erst nach langem, konsequentem Entfernen. Am wirksamsten ist es jedoch vorzubeugen: bei der Pflanzung eine Wurzelsperre in 40–50 cm Tiefe um den Ballen eingraben.
Beschädigt die Klettertrompete die Gebäudewand?
Das kann sie — ihre Haftwurzeln dringen in die Ritzen des Putzes ein, und die schweren Triebe drücken sich unter Dachrinnen, Fensterbänke und Dachdeckungen und sprengen sie mit der Zeit auseinander. Am Gebäude führt man sie sicherer an einem soliden, einige Zentimeter von der Fassade abgerückten Gitter, statt sie sich direkt an der Mauer festhalten zu lassen.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Campsis radicansInstitution / Botanischer Garten
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