Kurz gefasst
- Ganzrandige, bandförmige, glänzende Wedel – völlig anders als die typisch gefiederten Farnblätter.
- Immergrün – schmückt den Garten auch im Winter.
- Braucht Schatten, Feuchtigkeit und alkalischen, kalkhaltigen Boden.
- Wächst sehr langsam und bildet kleine, dichte Horste (0,2–0,4 m).
- In Polen von Natur aus selten und unter Artenschutz gestellt.
- Ideal für Steingärten, Mauerritzen und schattige Gartenecken.
Botanische Daten
- Familie
- Aspleniaceae (Aspleniaceae)
- Höhe
- 0.2–0.4 m
- Breite
- 0.3–0.4 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Langsam
- Standort
- Schatten, Halbschatten
- Boden
- Kalkhaltig, Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 7–8
- Feuchtigkeit
- Feucht
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 5a–9b
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Samen
Merkmale
Anders als die meisten Farne, die fiederteilige Wedel besitzen, bildet die Hirschzunge ganze, schmale, bandförmige Wedel mit gewelltem Rand und herzförmigem Grund, die einer langen Zunge ähneln – daher der Name. Die Wedel sind glänzend, ledrig und immergrün, in einer dichten, trichterförmigen Rosette angeordnet. Die Sporenbehälter auf der Blattunterseite bilden ein charakteristisches, quer verlaufendes, leiterartiges Muster (von dem sich der lateinische Artname scolopendrium ableitet, der an einen Hundertfüßer erinnert).
Anbau und Pflege
Bewässerung
Das Substrat sollte gleichmäßig feucht sein, aber niemals in Wasser stehen – gute Drainage bei gleichzeitiger Feuchtigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg, typisch für Felspflanzen.
Düngung
Sehr anspruchslos – zu viel Dünger schadet mehr als sein Fehlen.
Pflanzung
Kalkhaltiger oder neutraler, durchlässiger Humusboden; bewährt sich gut in Mauerritzen und Kalksteingärten sowie zwischen Baumwurzeln.
Schnitt
Nur beschädigte, braun gewordene Wedel direkt am Ansatz entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Gemeinsame Ansprüche – alkalischer, durchlässiger Untergrund und ein schattiger, kühler Standort, wie er für Kalksteingärten typisch ist.
Eine klassische Kombination in schattigen, kalkhaltigen Gartenecken – ähnliche Boden- und Lichtansprüche und eine sich ergänzende dekorative Blattwirkung.
Schlechte Nachbarschaft
Der alkalische, kalkhaltige Untergrund, den die Hirschzunge braucht, ist für säureliebende Pflanzen geradezu schädlich – sie zeigen auf Kalk Chlorose.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Art ist von Natur aus an kalkhaltige Böden Europas und des Mittelmeerraums gebunden und wird in der britischen Gartenkultur seit langem geschätzt – im viktorianischen Zeitalter wurden während der sogenannten „Pteridomanie“ (der Mode des Farnsammelns) zahlreiche Gartensorten mit gewellten, kammförmigen oder verzweigten Wedeln herausgezüchtet. In Polen kommt sie selten vor, vor allem auf kalkhaltigem Untergrund in schattigen Wäldern und Felsspalten, und ist eine geschützte Art.
Verwendung
Für schattige Steingärten auf kalkhaltigem Untergrund, Mauerritzen, Wegeinfassungen im Waldgarten sowie als Zimmerpflanze für kühle, schattige Räume. Dank der immergrünen Wedel gibt sie dem Garten auch in den Wintermonaten Struktur.
Wissenswertes
- Der Artname scolopendrium stammt vom griechischen Wort für Hundertfüßer – er bezieht sich auf die regelmäßige, quer verlaufende Anordnung der Sporenbehälter auf der Blattunterseite.
- Im viktorianischen Zeitalter wurden Dutzende Gartensorten der Hirschzunge mit fantasievoll gewellten, kammförmigen oder gegabelten Wedeln herausgezüchtet und in Gewächshäusern gesammelt.
- Sie ist einer der wenigen heimischen europäischen Farne mit ganzen, ungeteilten Wedeln – selbst für Menschen ohne Farnkenntnisse leicht zu erkennen.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich die Hirschzunge von typischen Farnen?
Die meisten Farne haben fiederteilige Wedel, die in kleine Fiedern gegliedert sind, während die Hirschzunge ganze, ungeteilte, bandförmige Wedel mit gewelltem Rand bildet, die einer langen Zunge ähneln – daher ihr Name. Sie ist einer der wenigen europäischen Farne mit einer solchen Blattform.
Welchen Boden braucht die Hirschzunge?
Anders als die meisten Farne, die sauren Boden bevorzugen, braucht die Hirschzunge einen alkalischen oder neutralen, kalkreichen Boden – am besten wächst sie in Spalten von Kalkfelsen und Mauern oder in mit Kalk vermischtem Boden.
Kann man die Hirschzunge in Polen kultivieren?
Ja, sie ist winterhart (Zone 5a) und gedeiht unter den richtigen Bedingungen – Schatten, Feuchtigkeit und alkalischem Boden – gut in polnischen Gärten. In der Natur ist sie bei uns jedoch selten und geschützt, daher sollten Pflanzen für den Garten aus Gärtnereien stammen und niemals an Naturstandorten ausgegraben werden.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Asplenium scolopendriumInstitution / Botanischer Garten
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