Kurz gefasst
- Standort: Halbschatten, ohne direkte Sonne — die panaschierten Blätter verbrennen leicht.
- Substrat dauerhaft leicht feucht, niemals durchnässt; sie schätzt feuchte Luft.
- Der Saft reizt die Schleimhäute stark — mit Handschuhen arbeiten.
- Nicht geeignet für einen Haushalt mit kleinen Kindern oder Tieren.
- Ein vergeilter Trieb lässt sich leicht verjüngen: die Spitze bewurzeln, der alte Stamm treibt wieder aus.
Botanische Daten
- Familie
- Araceae (Araceae)
- Höhe
- 0.6–1.8 m
- Breite
- 0.4–0.9 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Torfig
- pH-Wert
- pH 5.5–6.5
- Feuchtigkeit
- Feucht, Mäßig
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- —
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Teilung
Merkmale
Eine Pflanze mit saftigem, aufrechtem Trieb, der mit dem Alter an der Basis verholzt und die unteren Blätter verliert. Die Blätter sind groß, länglich-eiförmig, 20–45 cm lang, mit panaschierter Zeichnung — den grünen Grund bedecken unregelmäßige cremefarbene oder weiße Flecken und Streifen, deren Anordnung von der Sorte abhängt. Der Blütenstand ist typisch für die Aronstabgewächse (ein Kolben in einer grünlichen Scheide), erscheint in der Wohnung jedoch selten und hat keinen Zierwert.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Das Substrat sollte dauerhaft leicht feucht, aber niemals durchnässt sein — gießen, wenn die oberen 2 cm abgetrocknet sind. Sie schätzt feuchte Luft; in einer trockenen Wohnung werden die Blattränder braun.
Düngung
Standarddosis für Blattpflanzen. Im Winter die Düngung einstellen — bei kurzen Tagen wächst die Pflanze ohnehin nicht.
Pflanzung
Leichtes, humoses Torfsubstrat mit einem Zusatz von Perlit; Topf mit Drainage. Beim Umtopfen empfiehlt es sich, wegen des reizenden Saftes Handschuhe anzuziehen.
Schnitt
Den unten kahlen Trieb durchtrennen und die Spitze in Wasser oder Substrat bewurzeln; der im Topf belassene alte Stamm treibt gewöhnlich neue Triebe aus schlafenden Augen aus.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ein Verwandter aus der Familie der Aronstabgewächse mit denselben Bedürfnissen: Halbschatten, gleichbleibende Substratfeuchte und feuchte Luft.
Dasselbe Pflegeregime und ähnliche Lichtansprüche; der Kontrast zwischen den panaschierten Blättern der Dieffenbachie und dem dunklen Fensterblatt wirkt in der Gruppe gut.
Eine Zusammenstellung von Aronstabgewächsen mit ähnlichen Ansprüchen — der Philodendron verdeckt mit seinen Trieben den kahlen unteren Teil der Dieffenbachie.
Schlechte Nachbarschaft
Sie benötigen volle Sonne und trockenes Substrat; die Dieffenbachie verbrennt unter solchen Bedingungen ihre Blätter und welkt rasch.
Die Palmlilie braucht starkes Licht und lange Gießpausen — genau umgekehrt wie die Dieffenbachie.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Hoch | Der Saft enthält nadelförmige Calciumoxalatkristalle (Raphiden) zusammen mit proteolytischen Enzymen. Das Anbeißen eines Blattes verursacht sofortigen, starken Schmerz, Brennen und Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen, Speichelfluss sowie zeitweiligen Sprachverlust — daher der englische Name dumb cane. Die Rachenschwellung kann in extremen Fällen die Atmung erschweren. Saft im Auge ruft eine schmerzhafte Hornhautentzündung hervor. Nicht in Reichweite kleiner Kinder halten. |
| Hunde | Mäßig | Das Zerbeißen der Blätter verursacht heftige Schmerzen in der Mundhöhle, Speichelfluss, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Die Symptome klingen meist ab, doch eine erhebliche Rachenschwellung erfordert dringende tierärztliche Hilfe. |
| Katzen | Mäßig | Mechanismus und Symptome wie bei Hunden — starke Reizung der Schleimhäute von Mundhöhle und Speiseröhre. Katzen fressen selten viel, weil der Schmerz schon beim ersten Bissen einsetzt. |
Geschichte und Herkunft
Die Gattung wurde nach Joseph Dieffenbach benannt, dem Gärtner der kaiserlichen Gärten von Schönbrunn bei Wien im 19. Jahrhundert. Die Art gelangte aus der Karibik in europäische Gewächshäuser und verbreitete sich rasch als Zimmerpflanze über die ganze Welt — die panaschierten Zuchtsorten wurden überwiegend im 20. Jahrhundert selektiert.
Verwendung
Für Wohn- und Büroräume mit diffusem Licht, fern von Südfenstern. Wegen des reizenden Saftes bewährt sie sich am besten an Stellen, die für Kinder und Tiere unzugänglich sind — auf hohen Möbeln oder in Repräsentationsräumen.
Wissenswertes
- Der englische Name dumb cane („stummes Rohr“) rührt von der Schwellung von Zunge und Rachen nach dem Anbeißen eines Blattes her, die für viele Stunden die Fähigkeit zu sprechen nimmt.
- Für den brennenden Schmerz ist ein doppelter Mechanismus verantwortlich: mikroskopisch kleine Calciumoxalat-Nadeln stechen in die Schleimhaut, und die in die Wunde eindringenden Enzyme verstärken die Entzündungsreaktion.
Häufige Fragen
Ist die Dieffenbachie für Kinder und Tiere gefährlich?
Ja, sie ist eine der am stärksten reizenden Zimmerpflanzen. Der Saft enthält nadelförmige Calciumoxalatkristalle und Enzyme, die nach dem Anbeißen eines Blattes starke Schmerzen sowie eine Schwellung von Lippen, Zunge und Rachen hervorrufen. In einem Haushalt mit einem kleinen Kind oder einem Tier wählt man besser eine ungefährliche Pflanze, zum Beispiel die Grünlilie oder die Korbmarante.
Warum vergilbt die Dieffenbachie und verliert die unteren Blätter?
Das langsame Vertrocknen der untersten Blätter ist natürlich und führt zur Bildung eines kahlen Stammes. Ein rasches Vergilben zahlreicher Blätter weist gewöhnlich auf Überwässerung, Kälte oder Zugluft hin. Es lohnt sich zu prüfen, ob Wasser im Untersetzer steht und ob das Substrat zwischen den Wassergaben abtrocknet.
Wie verjüngt man eine vergeilte Dieffenbachie mit kahlem Stamm?
Im Frühjahr die Spitze mit einigen Blättern abschneiden und in Wasser oder feuchtem Substrat bewurzeln. Der im Topf verbliebene alte Stamm treibt in der Regel neue Triebe aus schlafenden Augen aus, sodass aus einer Pflanze zwei werden. Mit Handschuhen arbeiten — beim Schneiden tritt reizender Saft aus.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Dieffenbachia seguineInstitution / Botanischer Garten
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