Kurz gefasst
- Sehr schmaler, säulenförmiger Wuchs – bis 2 m hoch bei nur 0,4–0,6 m Breite.
- Die Blütenstände erscheinen bereits im Juni–Juli, früher als bei anderen Ziergräsern.
- Volle Sonne bis leichter Halbschatten; mäßiger Wasserbedarf.
- Sehr winterhart und anspruchslos – eines der pflegeleichtesten Gräser überhaupt.
- Steriler Kultivar – sät sich nicht aus und ist nicht invasiv.
- Ikone naturnaher Gärten (New Perennial Movement, Piet Oudolf).
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 1.5–2 m
- Breite
- 0.4–0.6 m
- Wuchsform
- Säulenförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Lehmig, Humos, Sandig
- pH-Wert
- pH 5.5–7.8
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 4a–9b
- Vermehrung
- Durch Teilung
Merkmale
Bildet einen sehr schmalen, streng aufrechten, säulenförmigen Horst aus schmalen, dunkelgrünen Blättern. Bereits im Juni schießen daraus steife, vollkommen aufrechte Halme empor, gekrönt von schlanken, gefiederten Ähren – zunächst grünlich-purpurn, später zu einem strohgelben, weizenfarbenen Ton verblassend –, die ihre vertikale Form praktisch bis zum Frühjahr behalten, selbst nach Schneefällen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Verträgt kurze Trockenperioden, wächst aber am besten bei regelmäßig mäßig feuchtem Boden; verträgt gelegentlich schwerere, feuchtere Böden besser als die meisten Ziergräser.
Düngung
Sehr anspruchslos – eine zusätzliche Düngung ist nicht nötig, die Pflanze wächst auch auf durchschnittlichem Gartenboden gut.
Pflanzung
In voller Sonne oder leichtem Halbschatten pflanzen; verträgt ein breites Spektrum an Gartenböden, von lehmig bis sandig, sofern sie nicht übermäßig trocken sind.
Schnitt
Den gesamten Horst dicht über dem Boden abschneiden, auf etwa 10–15 cm Höhe, kurz bevor neue Blätter erscheinen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Die steifen, vertikalen Blütenstände des Reitgrases bilden einen wirkungsvollen, strukturellen Kontrast zu den runden Blüten von Präriestauden – eine der am häufigsten wiederkehrenden Kombinationen in den naturnahen Pflanzungen von Piet Oudolf.
Ähnlicher, mäßiger Wasserbedarf und hervorragende optische Wirkung – die aufrechten Ähren des Reitgrases durchbrechen die horizontalen, teppichartigen Ebenen niedrigerer Stauden.
Schlechte Nachbarschaft
Der schmale, aber sehr hohe und steife Horst wirft einen langen, schmalen Schatten, der Pflanzen direkt an seiner Basis tagsüber beeinträchtigen kann.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Die Sorte wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland in der Gärtnerei von Karl Foerster, einem Pionier des deutschen naturnahen Gartenbaus, selektiert und ihm zu Ehren benannt. Mit der Popularisierung des Präriestils und der New-Perennial-Bewegung um die Wende zum 21. Jahrhundert (mitgeprägt u. a. von Piet Oudolf) wurde 'Karl Foerster' zu einem der weltweit meistgepflanzten Ziergräser und gilt als Leitpflanze dieses Stils – es findet sich in nahezu jeder öffentlichen naturnahen Anlage, von New York (High Line) bis zu europäischen Stadtparks.
Verwendung
Hervorragend für Gruppenpflanzungen (Drifts), als vertikaler Akzent zwischen niedrigeren Stauden, in formalen Rabatten als sich wiederholendes, rhythmisches Element sowie im öffentlichen Stadtgrün wegen des geringen Pflegeaufwands. Der schmale Wuchs erlaubt die Pflanzung auch auf begrenztem Raum, etwa entlang von Wegen oder Zäunen.
Wissenswertes
- 'Karl Foerster' ist ein steriler Hybrid-Kultivar – er bildet keine keimfähigen Samen und ist daher nie invasiv; er versamt sich weder im Garten noch darüber hinaus.
- Ausgezeichnet mit dem renommierten britischen RHS Award of Garden Merit für seine außergewöhnliche Pflegeleichtigkeit und ganzjährige Zierwirkung.
- Der frühe Blühtermin (Juni–Juli) hebt ihn von den meisten Ziergräsern ab, die erst im Spätsommer oder Herbst blühen – dadurch bringt er schon mitten im Sommer einen vertikalen Akzent ins Beet.
Häufige Fragen
Wann schneidet man das Garten-Reitgras 'Karl Foerster' zurück?
Im zeitigen Frühjahr, im Februar oder März, kurz bevor neue Triebe erscheinen – den gesamten Horst dicht über dem Boden abschneiden. Die Blütenstände sollte man über den Winter stehen lassen, da sie ihre aufrechte Form auch unter Schnee hervorragend halten und zu den dekorativsten Wintergräsern zählen.
Ist das Reitgras 'Karl Foerster' invasiv und breitet es sich im Garten aus?
Nein. Es handelt sich um einen sterilen Hybrid-Kultivar, der keine keimfähigen Samen bildet und sich nicht selbst aussät. Er wächst in einem kompakten, sich langsam vergrößernden Horst, was ihn zu einem der unbedenklichsten, nicht invasiven Ziergräser für den Garten macht.
Warum blüht das Reitgras im Vergleich zu anderen Ziergräsern so früh?
Das ist eines seiner charakteristischen Sortenmerkmale – die Ähren erscheinen bereits im Juni, während die meisten Ziergräser (z. B. Chinaschilf oder Lampenputzergras) erst ab August blühen. Dadurch bringt es schon mitten im Sommer einen vertikalen, strukturellen Akzent ins Beet, lange vor dem herbstlichen Höhepunkt der Zierwirkung anderer Gräser.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Calamagrostis × acutiflora 'Karl Foerster'Institution / Botanischer Garten
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