Kurz gefasst
- Luftige, flauschige Blütenstände erzeugen im Sommer den Effekt eines über dem Strauch schwebenden „Rauchs”.
- Purpurblättrige Sorten haben dunkle Blätter, die sich im Herbst rot und orange färben.
- Benötigt volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden — Feuchtigkeit verträgt er schlecht.
- Der Saft kann die Haut reizen — beim Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen.
- Man kann ihn auf große Blätter (starker Schnitt) oder auf reiche Blüte (leichter Schnitt) ziehen.
Botanische Daten
- Familie
- Anacardiaceae (Anacardiaceae)
- Höhe
- 2–4 m
- Breite
- 2–4 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Sandig, Kalkhaltig, Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 5.5–7.8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 5a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Durch Absenker
Merkmale
Ein ausladender, dichter Strauch oder kleines Bäumchen mit rundlichen, elliptischen Blättern — bei den ziertragenden dunkelpurpurnen Sorten verfärben sie sich im Herbst zu flammendem Rot, Orange und Scharlach. Im Sommer bildet er lockere, stark verzweigte Blütenstände; die kleinen Blüten verblühen rasch, doch ihre verlängerten, behaarten Blütenstiele halten sich wochenlang und bilden eine charakteristische, rauchige Wolke in rosa-violettem Ton.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen sehr trockenheitsbeständig. Verträgt keine Staunässe und keine schweren, dauerhaft feuchten Böden. Nur junge Exemplare regelmäßig gießen.
Düngung
Sparsam — auf fruchtbarem, überdüngtem Boden wächst der Strauch üppig, verfärbt sich jedoch im Herbst schlechter und setzt weniger Blütenstände an.
Pflanzung
Wächst am besten auf durchlässigem, mäßig fruchtbarem oder sogar magerem Boden in voller Sonne — solche Bedingungen ergeben die intensivste Blattfarbe und die üppigsten „Rauchschwaden”.
Schnitt
Für eindrucksvolle, große und intensiv gefärbte Blätter kann man den Strauch fast bodennah stark zurückschneiden (Verjüngungsschnitt). Für reiche „rauchige” Blütenstände nur leicht schneiden und den Wuchs formen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide Arten mögen volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden — die purpurnen Blätter des Perückenstrauchs kontrastieren in einer mediterran gestalteten Pflanzung schön mit dem Violett des Lavendels.
Die silbrig-blauen Grashorste mit ähnlichen, trockenen Ansprüchen setzen sich wirkungsvoll gegen das dunkle Purpur der Perückenstrauch-Blätter ab.
Schlechte Nachbarschaft
Die Hortensie benötigt einen stets feuchten, fruchtbaren Boden, während sich der Perückenstrauch am besten auf magerem, durchlässigem Untergrund verfärbt und Feuchtigkeit schlecht verträgt — sie haben gegensätzliche Standortansprüche.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Der Saft aus Trieben und Blättern kann bei empfindlichen Personen die Haut reizen — der Perückenstrauch gehört zur Familie der Sumachgewächse, die mit dem Sumach verwandt ist. Beim Schneiden empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Seit Jahrhunderten in Gärten kultiviert, früher auch wirtschaftlich geschätzt — aus dem Holz gewann man einen gelben Farbstoff („junger Fustik”), und die gerbstoffreichen Blätter dienten zum Gerben von Leder. Die purpurblättrigen Ziersorten, allen voran die beliebte 'Royal Purple', wurden im 20. Jahrhundert selektiert und machten den englischen Namen „smoke bush” (Rauchstrauch) bekannt.
Verwendung
Als eindrucksvoller Solitär, in Gruppen sowie in naturalistischen und mediterran gestalteten Pflanzungen gepflanzt, wo man ihn mit Gräsern und trockenheitsverträglichen Stauden kombiniert. Geschätzt für zwei saisonale Schauspiele — die sommerlichen „Rauchschwaden” und die flammenden Herbstfarben. Auch für Sträuße verwendet.
Wissenswertes
- Den „Rauch”-Effekt erzeugen nicht die Blüten, sondern die verlängerten, flaumig behaarten Blütenstiele der verblühten Blütenstände.
- Der Perückenstrauch gehört zur Familie der Sumachgewächse — zu seinen weiteren Verwandten zählen Mango, Cashewnuss und Sumach.
- Der englische Name „smoke bush” (Rauchstrauch) bezieht sich unmittelbar auf die luftigen Blütenstände, die an Rauchschwaden erinnern.
Häufige Fragen
Warum bildet mein Perückenstrauch nicht den charakteristischen „Rauch”?
Die häufigste Ursache ist ein zu starker Frühjahrsschnitt. Die flauschigen Blütenstände entwickeln sich an den vorjährigen Trieben, sodass ein starkes Einkürzen des Strauches, obwohl es das Laub verbessert, sie entfernt. Um „Rauch” zu erhalten, schneide nur leicht und formend.
Wie erzielt man die intensivste Herbstfärbung?
Der Perückenstrauch färbt sich am schönsten in voller Sonne und auf magerem, durchlässigem Boden. Im Schatten sowie auf fruchtbarem, überdüngtem Untergrund bleiben die Blätter im Sommer grüner und röten sich im Herbst schwächer. Schränke die Stickstoffdüngung ein.
Ist der Perückenstrauch giftig?
Der Saft aus Trieben und Blättern kann bei empfindlichen Personen die Haut reizen, da der Perückenstrauch zur Familie der Sumachgewächse gehört, die mit dem Sumach verwandt ist. Er ist nicht stark giftig, doch beim Schneiden sollte man Handschuhe tragen und den Kontakt des Safts mit Haut und Augen vermeiden.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Cotinus coggygriaInstitution / Botanischer Garten
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