Kurz gefasst
- Volle Sonne und trockener, durchlässiger Boden sind Bedingung — Staunässe verträgt es nicht.
- Haarfeine Blätter und cremefarbene Rispen ergeben den Effekt von „Rauch“, der im Wind wogt.
- Es sät sich sehr reichlich aus — die Sämlinge muss man jäten oder die Rispen vor der Samenreife abschneiden.
- Kurzlebig: der Horst sieht 3–5 Jahre schön aus, danach lohnt es sich, ihn zu erneuern.
- Im Vorfrühling schneiden, nicht im Herbst — im Winter ist der helle Horst eine Zierde.
- Frosthart etwa bis zur USDA-Zone 6; gefährlicher als der Frost ist die Winternässe.
Botanische Daten
- Familie
- Poaceae (Poaceae)
- Höhe
- 0.4–0.7 m
- Breite
- 0.3–0.5 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6–8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juni–August
- Winterhärte
- USDA 6a–10a
- Vermehrung
- Aus Samen, Durch Teilung
Merkmale
Es bildet dichte, fontänenartig auseinanderfallende Horste von 40–70 cm Höhe einschließlich der Blütenstände. Die Blätter sind so schmal, dass sie an grünes Haar erinnern — daher der englische Handelsname „angel hair“, also Engelshaar. Von Juni bis August treibt es eine Fülle zarter, lockerer Rispen, anfangs grünlich, dann cremefarben und schließlich hellstrohfarben; ihre feinen Ährchen tragen die für Federgräser typischen langen, dünnen Grannen, dank derer der ganze Horst wie ein heller Nebel wirkt. Farbige Blüten hat es nicht — wie alle Gräser ist es windblütig, und seine Zierwirkung beruht ausschließlich auf Textur und Bewegung. Im Herbst nimmt es eine einheitliche, fahlgelbe Färbung an, die es den ganzen Winter über behält.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Nach dem Anwachsen braucht es praktisch keine Bewässerung. Die größte Gefahr ist die Winternässe auf undurchlässigem Untergrund — Federgräser gehen häufiger an Staunässe zugrunde als an Frost.
Düngung
Eine Pflanze magerer Standorte; Düngung führt zu üppigem, auseinanderfallendem Wuchs und zum Verlust der kompakten, fontänenartigen Form.
Pflanzung
Ein durchlässiger Boden ist erforderlich — auf lehmigem Untergrund das Pflanzloch mit grobem Sand oder Kies mischen und leicht erhöht pflanzen, damit kein Wasser am Wurzelhals steht.
Schnitt
Den Horst mit behandschuhter Hand durchkämmen und dabei trockene Blätter und verblühte Rispen entfernen; man kann den ganzen Horst auch auf etwa 10 cm zurückschneiden, dann treibt er rasch mit frischem Laub wieder aus. Die Rispen entfernt man am besten gleich nach dem Verblühen, wenn man die Selbstaussaat begrenzen will.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Identische Ansprüche (volle Sonne, trockener, durchlässiger Boden), und die luftigen, hellen Rispen des Federgrases lichten die kompakten, violetten Horste des Lavendels hervorragend auf.
Ein trockenheitsliebender Partner von völlig anderer Textur — die fleischigen Blätter und flachen Blütenstände der Fetthenne kontrastieren mit dem haarfeinen Laub des Federgrases.
Eine klassische Zusammenstellung des Präriebeets: die aufrechten, violetten Ähren des Salbeis, die durch den hellen Schleier des Federgrases stoßen; beide Pflanzen vertragen Trockenheit und mageren Boden.
Schlechte Nachbarschaft
Sie verlangt dauerhaft feuchten, nährstoffreichen Boden; ein Gießrhythmus, wie ihn die Hortensie braucht, führt beim Federgras rasch zur Fäulnis der Horstbasis.
Die reichliche Selbstaussaat des Federgrases kann in wenigen Saisons Nachbarn überwuchern, die nicht mit raschem Wachstum konkurrieren — die Sämlinge gehen dicht rund um den Mutterhorst auf.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | — |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
| Pferde | Leicht | Nicht giftig, doch die begrannten Samen verwandter Federgräser können sich in Fell und Schleimhäute von Tieren bohren, die auf großen Flächen weiden. |
Geschichte und Herkunft
Die Art stammt aus den trockenen Gebieten Amerikas und fand in den 1990er Jahren endgültig Eingang in die europäischen Gärten, zusammen mit der Mode für Präriepflanzungen und naturalistische Gestaltung. Jahrzehntelang war sie im Handel und in der Literatur als Stipa tenuissima bekannt; molekulare Untersuchungen der Gattung Stipa stellten sie zur Gattung Nassella, doch der alte Name beherrscht bis heute die Etiketten in den Baumschulen.
Verwendung
Für Kies-, Prärie- und mediterrane Beete, auf trockene Böschungen, als Wegeinfassung und für Gruppenpflanzungen, wo der Wogeeffekt am stärksten ist. Sehr gut sieht es in Kübeln auf sonnigen Terrassen aus — die Kultur im Gefäß hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Selbstaussaat wirksam begrenzt.
Wissenswertes
- In Australien und Neuseeland wurde die Art als gefährliches invasives Unkraut eingestuft und mit einem Verkaufsverbot belegt; sie ist auch in den trockenen Gebieten Kaliforniens ein Problem, wo sie heimische Gräser verdrängt. In Polen bremst sie das Klima — die Horste überstehen einen frostigen Winter nicht immer, und ein Verwildern außerhalb der Gärten wird nicht beobachtet — doch die reichliche Selbstaussaat innerhalb des Beetes ist real und muss im Auge behalten werden.
- Der trockene Horst reflektiert das Licht der untergehenden Sonne hervorragend, deshalb pflanzen Gestalter das Federgras an der Westseite des Beetes — zu dieser Tageszeit sieht es aus wie eine angestrahlte Wolke.
- Der Gattungsname der Federgräser leitet sich von den Grannen ab, also den langen, steifen Fortsätzen an den Ährchen; bei manchen Federgräsern sind sie so elastisch, dass sie den reifen Samen unter dem Einfluss von Feuchtigkeitsschwankungen in den Boden eindrehen.
Häufige Fragen
Ist das Mexikanische Federgras invasiv?
In Australien, Neuseeland und Teilen Kaliforniens ja — dort wurde es als invasives Unkraut eingestuft und mit Verkaufsbeschränkungen belegt. Unter polnischen Bedingungen bremst es das Klima, und es verwildert nicht außerhalb der Gärten, doch es sät sich innerhalb des Beetes sehr reichlich aus. Wer keine Dutzende von Sämlingen möchte, sollte die Rispen gleich nach dem Verblühen abschneiden, bevor die Samen reifen.
Mein Federgras ist braun geworden — ist es vertrocknet?
Meistens nicht. Die fahle, strohige Farbe ist der natürliche Zustand des Horstes vom Herbst bis zum Frühjahr, und gerade dann ist die Pflanze zierend. Es genügt, den Horst im März durchzukämmen oder zurückzuschneiden — wenn an der Basis grüne Triebe zu sehen sind, lebt die Pflanze. Ein echtes Absterben zeigt sich durch Fäulnis und Schwarzwerden der Horstmitte und geht in der Regel auf Winternässe auf schwerem Boden zurück.
Übersteht das Mexikanische Federgras den Winter in Polen?
Meist ja, es ist etwa bis zur USDA-Zone 6 winterhart, doch ein zuverlässiges Gras ist es nicht. Über die Überwinterung entscheidet vor allem die Drainage: auf durchlässigem, trockenem Boden übersteht es den Winter ohne Abdeckung, auf schwerem, staunassem Untergrund fault es selbst in milden Wintern. Es lohnt sich, die trockenen Blätter bis zum Frühjahr stehen zu lassen — sie schützen das Herz des Horstes.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Nassella tenuissimaInstitution / Botanischer Garten
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