Kurz gefasst
- Sonniger oder halbschattiger Standort, nährstoffreicher, humoser und gleichmäßig mäßig feuchter Boden.
- Er erreicht 2 m Höhe und beschattet seine Umgebung stark — hinten in der Rabatte oder am Rand des Gemüsegartens pflanzen.
- Voll frosthart, stirbt zum Winter ab und treibt jedes Jahr aus dem dicken Wurzelstock wieder aus; er lebt über ein Dutzend Jahre.
- Eine einzige Pflanze reicht für die gesamte Küche vollkommen aus — das Aroma ist außergewöhnlich intensiv.
- Das Entfernen der Blütentriebe verlängert die Ernte weicher, aromatischer Blätter.
- Der Saft enthält Furanocumarine — bei längerer Arbeit in der Sonne lohnt es sich, das Kraut mit Handschuhen zu ernten.
Botanische Daten
- Familie
- Apiaceae (Apiaceae)
- Höhe
- 1.5–2.5 m
- Breite
- 0.6–1 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne, Halbschatten
- Boden
- Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7.5
- Feuchtigkeit
- Mäßig, Feucht
- Blütezeit
- Juni–Juli
- Winterhärte
- USDA 4a–8b
- Vermehrung
- Aus Samen, Durch Teilung
Merkmale
Aus einer dicken, fleischigen Pfahlwurzel wächst jedes Jahr ein Horst steifer, röhriger, gefurchter Triebe von 1,5–2,5 m Höhe. Die dunkelgrünen, glänzenden Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und erinnern an Blätter des Stangensellerie, sind jedoch deutlich größer. Die kleinen, gelbgrünen Blüten bilden große, flache Doppeldolden, nach denen sich aromatische, gerippte Spaltfrüchte bilden. Die ganze Pflanze — von der Wurzel bis zu den Samen — duftet gleich intensiv.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Eine große Pflanze mit beträchtlicher Blattfläche und tiefer Pfahlwurzel — bei Hitze benötigt sie reichliche Wassergaben, sonst erschlaffen die Blätter und verlieren ihr Aroma. Mulchen hilft sehr.
Düngung
Großzügig — er ist eines der wenigen Kräuter, das wirklich einen nährstoffreichen Boden braucht. Eine Kompostschicht rund um den Wurzelstock in jedem Frühjahr genügt vollkommen.
Pflanzung
Tief umgegrabener, nährstoffreicher und humoser Boden mit einer großen Portion Kompost. Den Platz mit Bedacht für viele Jahre wählen — der Liebstöckel entwickelt eine dicke Pfahlwurzel und verträgt ein Umpflanzen schlecht. Eine Pflanze reicht für einen ganzen Haushalt.
Schnitt
Das Herausschneiden der Blütentriebe direkt nach ihrem Erscheinen hält die Pflanze in der Blattphase und verlängert die Ernte weichen, aromatischen Krauts. Im Sommer kann man die ganze Pflanze auf 15 cm abschneiden — sie treibt rasch mit frischem Zuwachs wieder aus. Nach den Frösten die vertrockneten Triebe bodennah abschneiden.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Eine klassische Empfehlung der Bauerngärten — die Nachbarschaft des Liebstöckels gilt als stärkend für Kartoffeln, und seine blühenden Dolden ziehen Raubinsekten an, die Blattläuse begrenzen.
Die blühenden Dolden locken Schwebfliegen und Schlupfwespen an, die natürlichen Feinde der Blattläuse an Obststräuchern; dabei verträgt der Liebstöckel Halbschatten.
Schlechte Nachbarschaft
Ein ausgewachsener Liebstöckel erreicht über 2 m und wirft auf mehrere Quadratmeter dichten Schatten — niedriges Blattgemüse vergeilt darin deutlich und schwächelt.
Dieselbe Familie (Doldenblütler) bedeutet gemeinsame Schädlinge und Krankheiten, unter anderem die Möhrenfliege — eine enge Nachbarschaft erleichtert ihnen den Übergang von Pflanze zu Pflanze.
Ebenfalls ein Doldenblütler und ebenfalls niedrig — zum Problem der gemeinsamen Schädlinge kommt die starke Beschattung durch den ausladenden Liebstöckel hinzu.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Enthält Furanocumarine — der Kontakt des Safts mit der Haut kann in Verbindung mit Sonne eine phototoxische Reaktion auslösen. Eine heilkundliche Anwendung wird in der Schwangerschaft und bei Nierenerkrankungen nicht empfohlen. In Würzmengen ist er unbedenklich. |
| Hunde | Leicht | — |
| Katzen | Leicht | — |
Geschichte und Herkunft
Der Liebstöckel wurde in römischen Gärten als Heil- und Würzpflanze kultiviert und gelangte im Mittelalter in den Kanon der Klosterkräuter, die im Kapitular Karls des Großen aufgeführt sind. In der polnischen Volkskultur schrieb man ihm eine Liebeswirkung zu — daher der Name, der mit dem Mögen in Verbindung gebracht wird, und der Brauch, ihn dem Bad der Braut zuzugeben. Der geläufige Name Maggikraut ist irreführend: Es ist das Aroma des Liebstöckels, das an das Würzmittel erinnert, und nicht umgekehrt — in der Zusammensetzung der klassischen Maggi-Würze kommt Liebstöckel nicht vor.
Verwendung
Für den Gemüsegarten und den Kräutergarten, wegen seiner Größe immer hinten in der Rabatte; für Töpfe und den Balkon eignet er sich nicht. In der Küche ist er ein Gewürz von außergewöhnlicher Kraft — buchstäblich zwei Blätter genügen, um einer Gemüsesuppe, einer Bouillon, einer Sauce, einer Füllung oder Gerichten aus Kartoffeln und Hülsenfrüchten einen brüheartigen Charakter zu geben. Getrocknete Blätter bewahren das Aroma sehr gut, gehacktes Kraut lässt sich auch einfrieren. In der Kräuterheilkunde wurde die Wurzel traditionell als harntreibendes und verdauungsförderndes Mittel verwendet.
Wissenswertes
- Essbar sind alle Teile der Pflanze: Blätter, Blattstiele, Stängel, Samen und Wurzel — jeder mit demselben brüheartigen Aroma.
- Ein gut geführter Liebstöckel bleibt über ein Dutzend Jahre an einer Stelle und wird mit jedem Jahr stattlicher.
Häufige Fragen
Wie groß wird der Liebstöckel und wo pflanzt man ihn?
Unter guten Bedingungen erreicht der Horst 2–2,5 m Höhe und einen Meter Breite, und die Blütentriebe können einen erwachsenen Menschen überragen. Man pflanzt ihn hinten in der Rabatte, am Zaun oder am Rand des Gemüsegartens, auf der Nordseite — sonst beschattet er das niedrige Gemüse. Den Platz muss man für Jahre wählen, denn die dicke Pfahlwurzel verträgt ein Umpflanzen schlecht.
Warum blüht mein Liebstöckel, statt Blätter zu treiben?
Das ist ab dem zweiten, dritten Kulturjahr normal — die Pflanze geht in die generative Phase über, die ganze Energie fließt in die Dolden und die Blätter werden hart. Wenn es uns auf das Gewürz ankommt, schneidet man die Blütentriebe sofort nach ihrem Erscheinen heraus. Man kann auch die ganze Pflanze auf 15 cm über dem Boden abschneiden — innerhalb weniger Wochen treibt sie mit frischem, weichem Kraut wieder aus.
Muss man den Liebstöckel für den Winter abdecken?
Nein, im polnischen Klima ist er voll frosthart (bis USDA-Zone 4). Der oberirdische Teil stirbt nach den ersten Frösten ab, und es genügt, die trockenen Triebe bodennah abzuschneiden. Das herbstliche Anhäufeln des Wurzelstocks mit Kompost ist zugleich Abdeckung und Düngung für die nächste Saison.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Levisticum officinaleDatenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Levisticum officinaleInstitution / Botanischer Garten
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