Kurz gefasst
- Blätter und Blüten erheben sich auf steifen, hohen Stielen 0,5–1,5 m über die Wasseroberfläche — anders als Seerosen, deren Blätter flach auf dem Wasser liegen.
- Große, duftende Blüten (rosa oder weiß) entwickeln sich im Juli–August.
- Benötigt volle Sonne und warmes Wasser, um im Frühjahr in Wachstum zu kommen.
- Weniger winterhart als heimische Seerosen — in kühlerem Klima müssen die Rhizome im Winter geschützt werden.
- Rhizome und Samen sind essbar und werden seit Jahrtausenden in der asiatischen Küche verwendet.
- Hat im Buddhismus und Hinduismus tiefe religiöse Bedeutung als Symbol der Reinheit.
Botanische Daten
- Familie
- Nelumbonaceae (Nelumbonaceae)
- Höhe
- 0.5–1.5 m
- Breite
- 1–2 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Tonig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Nass
- Blütezeit
- Juli–August
- Winterhärte
- USDA 5a–10b
- Vermehrung
- Durch Teilung, Durch Ausläufer
Merkmale
Eine Wasserstaude, die aus einem dicken, verzweigten, im Gewässergrund verankerten Rhizom wächst. Der entscheidende Unterschied zu Seerosen (Nymphaea): Die Blätter des Lotos — rund, mit einer wachsartigen, silbrig-blaugrünen, wasserabweisenden Oberfläche — werden auf steifen Stielen hoch ÜBER die Wasseroberfläche gehoben, statt flach darauf zu schwimmen. Ebenso erheben sich die großen Blüten (bis 20–25 cm Durchmesser) mit zahlreichen Blütenblättern auf eigenen, hohen Stielen über den Blättern. Nach dem Verblühen bildet sich ein charakteristischer, flacher, schwammiger Fruchtstand mit eingebetteten, nussartigen Samen.
Anbau und Pflege
Düngung
Der Lotos ist ein Starkzehrer — regelmäßige Düngung in der Saison verbessert die Blühfülle deutlich, im Gegensatz zu den bescheideneren Ansprüchen einheimischer Seerosen.
Pflanzung
Das Rhizom wird flacher gepflanzt als bei den meisten Seerosen — üblicherweise 15–30 cm Wasser über dem Substrat, da der Lotos im Frühjahr schnell erwärmtes Wasser braucht, um in Wachstum zu kommen. Wegen des sehr kräftigen Rhizomwachstums empfiehlt sich die Kultur in großen, geschlossenen Behältern (ohne zum Teichgrund offenen Boden), die die Ausbreitung begrenzen und den Winterschutz der Pflanze erleichtern.
Schnitt
Vertrocknende Blätter und verblühte Blütenstände entfernen, damit die Pflanze keine Energie in bereits funktionslose Teile steckt.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Unterwasser-Sauerstoffpflanzen helfen, das Wasser im Teich, in dem der Lotos wächst, sauber zu halten, indem sie das Wachstum von Algen einschränken, die um Licht und Nährstoffe konkurrieren.
Schlechte Nachbarschaft
Die stark wuchernden Rhizome des Lotos sowie seine hoch über das Wasser aufragenden Blätter und Blüten schränken in kleinen Gartenteichen Platz und Lichtzugang für niedrigere, auf der Wasseroberfläche schwimmende Seerosen ein.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Rhizome und Samen sind essbar und werden in der asiatischen Küche vielfältig verwendet. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Der Lotos wird in Asien seit Jahrtausenden kultiviert — seine Rhizome und Samen waren bereits im alten China und Indien eine wichtige Nahrungsquelle. Im Buddhismus symbolisiert der Lotos Reinheit und geistiges Erwachen, da seine makellose, schöne Blüte jedes Jahr aus dem trüben, schlammigen Teichgrund emporwächst — eine Metapher für die aus Leid und Unwissenheit erwachsende Erleuchtung. Im Hinduismus ist der Lotos ein Attribut vieler Gottheiten (u. a. Vishnus und Lakshmis) und Symbol göttlicher Reinheit und der Weltschöpfung. Lotossamen zeigen eine außergewöhnliche Haltbarkeit — dokumentiert wurde die erfolgreiche Aussaat und Keimung über 1000 Jahre alter Samen, die in ausgetrockneten Seen Chinas gefunden wurden.
Verwendung
Für große, warme Gartenteiche in wärmerem Klima oder als saisonale Pflanze in kühleren Regionen, die einen Winterschutz der Rhizome erfordert. In Asien wird er auch wirtschaftlich angebaut — für die essbaren Rhizome und Samen.
Wissenswertes
- Die Oberfläche der Lotosblätter ist von Natur aus superhydrophob — Wassertropfen und Schmutz gleiten nahezu vollständig ab, was dem Phänomen den Namen „Lotoseffekt“ gab, der heute in selbstreinigenden Beschichtungen und Farben nachgeahmt wird.
- Das Lotosrhizom (Renkon) ist ein beliebtes Gemüse in der chinesischen, japanischen und vietnamesischen Küche, geschätzt für seinen charakteristischen, dekorativen Querschnitt mit zahlreichen Luftkanälen.
- Der Lotos ist Nationalblume Indiens und Vietnams.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich der Lotos von der Seerose?
Der wichtigste Unterschied liegt im Wuchs der Blätter und Blüten: Beim Lotos erheben sie sich auf steifen Stielen hoch über die Wasseroberfläche, während bei Seerosen (Nymphaea) Blätter und Blüten flach auf dem Wasser liegen. Der Lotos ist zudem weniger winterhart und benötigt wärmeres Wasser zum Wachsen.
Übersteht der Lotos den Winter im mitteleuropäischen Klima?
In den meisten Regionen Mitteleuropas (Winterhärtezonen unter 5a) übersteht der Lotos ohne Schutz keinen Winter im Gartenteich. Rhizome in Kübeln sollten im Winter in nicht gefrierendes Wasser (z. B. einen tiefen, am Grund nicht durchfrierenden Teich) oder in einen kühlen, feuchten Raum gebracht werden.
Warum hat der Lotos in Asien eine so große religiöse Bedeutung?
Weil seine makellose, schöne Blüte jedes Jahr aus dem trüben, schlammigen Teichgrund emporwächst, symbolisiert der Lotos seit Jahrtausenden in Buddhismus und Hinduismus die Reinheit des Geistes, das geistige Erwachen und die Wiedergeburt aus Unwissenheit und Leid.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Nelumbo nuciferaInstitution / Botanischer Garten
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