Kurz gefasst
- Trichterförmiger Horst aus Wedeln, die an Straußenfedern erinnern, 0,6–1,2 m hoch.
- Breitet sich über unterirdische Ausläufer aus und bildet mit der Zeit ausgedehnte Kolonien.
- Benötigt Schatten oder Halbschatten und einen stets feuchten, humosen Boden.
- Sehr winterhart (Zone 3a) — einer der robustesten Gartenfarne.
- Junge, eingerollte Triebe werden in einigen Küchen gegessen, müssen aber gründlich gekocht werden.
- Die Wedel sterben zum Winter ab — ein typischer sommergrüner Farn.
Botanische Daten
- Familie
- Onocleaceae (Onocleaceae)
- Höhe
- 0.6–1.2 m
- Breite
- 0.6–1 m
- Wuchsform
- Horstbildend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Halbschatten, Schatten
- Boden
- Humos, Tonig
- pH-Wert
- pH 5.5–7
- Feuchtigkeit
- Feucht, Nass
- Blütezeit
- —
- Winterhärte
- USDA 3a–8b
- Vermehrung
- Durch Teilung, Durch Ausläufer, Aus Samen
Merkmale
Bildet eine charakteristische, trichter- bis vasenförmige Rosette aus hellgrünen, doppelt gefiederten, sterilen Wedeln, die strahlenförmig wie ein Federbusch angeordnet sind. Im Herbst wachsen in der Mitte des Horstes kürzere, steife, dunkelbraune Sporenwedel heran, die den Winter überdauern und im Frühjahr die Sporen freisetzen. Die Pflanze bildet unterirdische Ausläufer (Stolonen), durch die aus einer einzelnen Pflanze mit der Zeit eine dichte Kolonie entsteht.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Der Boden sollte niemals austrocknen — an einem trockenen Standort werden die Wedel schnell an den Spitzen braun. Zeitweilige Überflutung an Gewässerufern verträgt er gut.
Düngung
Eine Mulchschicht aus Kompost reicht für die ganze Saison — mineralische Dünger sind nicht nötig.
Pflanzung
Feuchter, nährstoffreicher Humusboden; vor dem Pflanzen mit Kompost mischen, Standort schattig oder halbschattig.
Schnitt
Die braun gewordenen, vorjährigen Wedel dicht über dem Boden entfernen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Ähnliche Ansprüche — Schatten oder Halbschatten und ein feuchter, humoser Boden; gemeinsam bilden sie eine typische Kombination des Waldgartens.
Der Straußfarn wächst natürlicherweise an Fluss- und Bachufern — er lässt sich gut kombinieren und verträgt dieselben feuchten Bedingungen.
Schlechte Nachbarschaft
Völlig andere Wasser- und Lichtansprüche — an einem trockenen, sonnigen Platz vertrocknet der Straußfarn schnell.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Krankheiten und Schädlinge
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Die jungen, eingerollten Triebe (sogenannte Fiddleheads) werden zuweilen nach gründlichem Kochen gegessen, roh oder ungenügend gegart können sie jedoch Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall) auslösen. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
Eine Art mit sehr weitem, zirkumpolarem natürlichen Verbreitungsgebiet, das die kühle gemäßigte Zone Europas, Asiens und Nordamerikas umfasst — in Polen wächst sie wild in Auwäldern und Erlenbrüchen. In Nordamerika und Skandinavien wurden die jungen Triebe im Frühjahr traditionell als saisonale Delikatesse gesammelt, was diese Art zu einem der wenigen Farne mit dokumentierter kulinarischer Verwendung macht.
Verwendung
Für Waldgärten, schattige Rabatten am Wasser, Teichränder und naturnahe Pflanzungen im feuchten Schatten. Dank ihrer Ausläufer eignet sie sich gut als Bodendecker auf größeren, feuchten Flächen, wo sie mit der Zeit eine dichte Kolonie bildet.
Wissenswertes
- Die jungen, noch eingerollten Triebe (sogenannte Fiddleheads, nach ihrer Ähnlichkeit mit dem Schneckenkopf einer Geige) sind eine saisonale Delikatesse der kanadischen und skandinavischen Küche, werden jedoch ausschließlich nach gründlichem Kochen verzehrt — roh oder ungenügend gegart verursachen sie Übelkeit und Durchfall.
- Der Gattungs- und Artname (struthiopteris) leitet sich vom griechischen Wort für Strauß ab — er gibt das Erscheinungsbild des federbuschartigen Wedelhorstes genau wieder.
- Dank ihrer Ausläufer kann eine einzelne Pflanze innerhalb weniger Jahre eine dichte Kolonie von mehreren Metern Durchmesser bilden, was sie zu einem wirksamen Bodendecker für schattige, feuchte Hänge macht.
Häufige Fragen
Ist der Straußfarn im Garten invasiv?
Er breitet sich über unterirdische Ausläufer recht kräftig aus und kann aus einer einzelnen Pflanze mit der Zeit eine ausgedehnte Kolonie bilden. Daher sollte man ihn dort pflanzen, wo dies erwünscht ist (z. B. auf großen, feuchten Flächen), oder seine Ausbreitung mit einer Wurzelsperre begrenzen.
Kann man die jungen Triebe des Straußfarns essen?
In einigen Küchen (z. B. in Kanada und Skandinavien) sind die jungen, eingerollten Triebe (Fiddleheads) eine saisonale Delikatesse, doch man muss sie gründlich kochen — rohe oder ungenügend gegarte Triebe enthalten Stoffe, die Magen-Darm-Beschwerden auslösen können. Das Sammeln erfordert zudem eine sichere Artbestimmung, weshalb Unerfahrenen zur Vorsicht geraten wird.
Warum werden die Wedel des Straußfarns im Sommer an den Spitzen braun?
Die häufigste Ursache ist ein zu trockener Boden oder zu starke Sonneneinstrahlung. Der Straußfarn benötigt einen stets feuchten Boden und einen schattigen Standort — an einem trockenen, sonnigen Platz verlieren die Wedel schnell ihre Festigkeit und werden braun.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Matteuccia struthiopterisInstitution / Botanischer Garten
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