Kurz gefasst
- Sehr stark bienenfreundlich: Die flachen Dolden sind auch für Insekten mit kurzen Mundwerkzeugen zugänglich.
- Blüht lange, von Juni bis September; ein Rückschnitt nach der ersten Blüte bringt eine zweite Welle.
- Außerordentlich widerstandsfähig — sie verträgt Trockenheit, Frost bis Zone 3, magere Böden und Mahd.
- Ausbreitungsfreudig: Sie wächst mit Ausläufern und sät sich reichlich aus, braucht also Grenzen oder viel Platz.
- Der polnische Name „krwawnik“ stammt von der traditionellen Verwendung des Krauts zum Stillen von Blutungen aus Wunden.
- Farbige Sorten (gelb, ziegelrot, rot) verblassen mit dem Alter und müssen alle 2–3 Jahre geteilt werden.
Botanische Daten
- Familie
- Asteraceae (Asteraceae)
- Höhe
- 0.3–0.7 m
- Breite
- 0.3–0.6 m
- Wuchsform
- Aufrecht
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Lehmig, Kalkhaltig
- pH-Wert
- pH 6–8
- Feuchtigkeit
- Trocken, Mäßig
- Blütezeit
- Juni–September
- Winterhärte
- USDA 3a–9a
- Vermehrung
- Durch Teilung, Aus Samen, Durch Ausläufer
Merkmale
Eine aufrechte Staude von 30–70 cm Höhe, die aus kriechenden Ausläufern wächst und dadurch mit der Zeit ausgedehnte Bestände bildet. Die Blätter sind sehr charakteristisch: länglich, zwei- oder dreifach fiederteilig in Hunderte winziger Abschnitte zerlegt, wodurch sie weich behaart und gefiedert wirken — daher der Artname millefolium, „tausendblättrig“. Zerrieben duften sie intensiv und würzig. Die kleinen Körbchen, jedes aus einigen weißen Zungenblüten und cremefarbenen Röhrenblüten aufgebaut, stehen zu mehreren Dutzend in dichten, flachen Doldenrispen. Bei der Wildart sind die Blüten weiß, seltener rosafarben; Gartensorten und Hybriden blühen auch gelb, aprikosenfarben, ziegelrot und karminrot.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Sie braucht praktisch kein Gießen — das ist eine Pflanze trockener Rasen und Feldraine. Gegossen und gedüngt wächst sie üppig, doch die Triebe werden weich und legen sich nach dem ersten Regen um.
Düngung
Grundsätzlich nicht düngen. Auf nährstoffreichem, mit Stickstoff gedüngtem Boden schießt die Schafgarbe auf und breitet sich zur Seite aus — es ist eine Pflanze, der eine bescheidene Diät besser bekommt.
Pflanzung
Keine Vorbereitung nötig — sie wächst auch auf magerem und steinigem Boden an. Auf einem nährstoffreichen Beet sollte man Kies zugeben und daran denken, dass sie mit Ausläufern in die Nachbarschaft vordringt, man reserviert ihr also reichlich Platz oder begrenzt sie mit einer Randeinfassung.
Schnitt
Das Abschneiden der verblühten Dolden dicht über den Blättern löst meist eine zweite Blüte im September aus und verhindert eine massenhafte Selbstaussaat. Farbige Sorten sollte man alle 2–3 Jahre teilen — sonst fällt der Horst auseinander, wird schwächer und verliert an Farbintensität.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Identische Ansprüche — volle Sonne, trockener, durchlässiger und eher basischer Boden. Ein klassisches Duo für eine trockene, sonnige Rabatte und die Blumenwiese.
Eine Prärie-Kombination mit übereinstimmender Blütezeit und denselben Bedürfnissen; beide Arten sind ein Magnet für Bestäuber und verlängern gemeinsam das Nektarangebot über den ganzen Sommer.
Die Schafgarbe am Rand des Gemüsegartens zieht Schwebfliegen, Marienkäfer und kleine parasitische Hautflügler an, die Blattläuse kontrollieren — ihre flachen Dolden sind im Unterschied zu den tiefen Blüten vieler Stauden auch für Insekten mit kurzen Mundwerkzeugen zugänglich.
Schlechte Nachbarschaft
Widersprüchliche Ansprüche: Die Schafgarbe braucht volle Sonne und trockenen Boden, und bei ständigem Gießen schießt sie auf und legt sich um.
Die Schafgarbe breitet sich mit Ausläufern aus und rückt ihren Nachbarn schnell auf den Leib — das langsam wachsende Purpurglöckchen mit seinem kleinen Horst wird von ihr überwuchert.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Leicht | Das Kraut wird in der Kräuterheilkunde verwendet, enthält aber Thujon und Sesquiterpenlactone. Bei empfindlichen Personen, besonders bei einer Allergie gegen Korbblütler, ruft der Kontakt mit dem Saft eine Kontaktdermatitis und Lichtempfindlichkeit hervor. Schwangeren wird es nicht empfohlen. |
| Hunde | Leicht | Der Verzehr einer größeren Menge kann Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen verursachen. |
| Katzen | Leicht | Symptome wie bei Hunden — Erbrechen, Speichelfluss, mitunter Hautreizungen. |
| Pferde | Leicht | In großen Mengen von der Weide gefressen wird sie bisweilen schlecht vertragen; in normalen Mengen im Wiesenaufwuchs stellt sie kein Problem dar. |
Geschichte und Herkunft
Der Gattungsname Achillea verweist auf Achilles, der nach Homers Überlieferung die Wunden seiner Soldaten vor Troja mit dem Kraut versorgt haben soll — daher auch der spätere lateinische Name herba militaris und das polnische „żołnierskie ziele“ (Soldatenkraut). Der polnische Name „krwawnik“ sagt dasselbe: Das Kraut wurde seit Jahrhunderten auf Wunden gelegt, um die Blutung zu stillen. Die Pflanze fand sich in praktisch jedem europäischen Kräuterbuch, und ihr Kraut (Millefolii herba) ist bis heute ein Arzneibuch-Rohstoff, der traditionell bei Verdauungsbeschwerden und äußerlich bei kleinen Verletzungen angewandt wird. Zugleich war die Schafgarbe in vielen Kulturen eine Ritual- und Orakelpflanze — von den Britischen Inseln bis China.
Verwendung
Für Blumenwiesen, naturnahe und Prärie-Beete, auf trockene Böschungen und Raine sowie an den Rand des Gemüsegartens, wo sie Nützlinge anzieht. Farbige Sorten wirken gut in Gesellschaft von Ziergräsern und Stauden mit senkrechten Blütenständen. Die Blüten eignen sich hervorragend zum Trocknen — sie behalten Form und Farbe. Wegen ihrer Ausbreitungsfreude lässt man sie besser nicht zwischen zarte, langsam wachsende Stauden.
Wissenswertes
- Für das Orakel des chinesischen Buchs der Wandlungen (I Ging) verwendet man traditionell 50 Schafgarbenstängel — dieselbe Pflanze, die in Europa das Blut der Soldaten des Achilles stillte, diente in China dazu, Fragen nach der Zukunft zu stellen.
- Die flachen, „tellerförmigen“ Dolden der Schafgarbe sind eine der zugänglichsten Kantinen im Garten: Auf ihnen sitzen nicht nur Bienen und Schmetterlinge, sondern auch Schwebfliegen, Marienkäfer, Florfliegen und kleine parasitische Hautflügler, die den Nektar in tiefen Blüten nicht erreichen.
- Die Schafgarbe verträgt Mahd und wächst regelmäßig in Rasenflächen — in England wird sie bisweilen absichtlich in Mischungen für trockenheitstolerante Rasen eingesät, weil sie dank ihrer tiefen Wurzeln dann noch grün bleibt, wenn das Gras längst braun geworden ist.
Häufige Fragen
Ist die Schafgarbe ausbreitungsfreudig und wie hält man sie in Schach?
Ja, und zwar auf zwei Arten gleichzeitig: Sie wächst mit unterirdischen Ausläufern und sät sich reichlich aus. Im Beet sollte man sie mit einer eingegrabenen Randeinfassung begrenzen und die verblühten Blütenstände abschneiden, bevor sie Samen ansetzen. Gartensorten sind meist ruhiger als die Wildart, doch auch sie breiten sich mit der Zeit zur Seite aus. Eine regelmäßige Teilung alle 2–3 Jahre begrenzt zugleich das Wachstum und verjüngt den Horst.
Warum legen sich meine Schafgarben um?
Fast immer wegen zu guter Bedingungen. Die Schafgarbe ist eine Pflanze trockener, magerer Rasen — auf einem nährstoffreichen, gedüngten und regelmäßig gegossenen Beet treibt sie lange, weiche Triebe, die sich nach dem ersten Regen hinlegen. Die Lösung ist der Intuition entgegengesetzt: aufhören zu düngen und zu gießen und die Pflanzen an einen trockeneren, sonnigeren Platz versetzen. Auch ein Rückschnitt nach der ersten Blüte hilft — der Neuaustrieb ist kürzer und steifer.
Ist die Schafgarbe für Kinder und Tiere sicher?
Die Schafgarbe ist keine stark giftige Pflanze — sie wird seit Jahrhunderten als Kraut verwendet. Sie enthält jedoch Thujon und Sesquiterpenlactone, sodass der Verzehr einer größeren Menge bei Hund oder Katze Erbrechen und Durchfall auslösen kann, und bei Personen, die auf Korbblütler allergisch sind, verursacht der Kontakt mit dem Saft Ausschlag und eine Lichtempfindlichkeit der Haut. Schwangeren wird das Kraut nicht empfohlen. In der Praxis ist es im Garten eine sichere, aber nicht völlig harmlose Pflanze.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO) — Achillea millefoliumDatenbank (GBIF, POWO…)
- Missouri Botanical Garden — Plant Finder: Achillea millefoliumInstitution / Botanischer Garten
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