Kurz gefasst
- Standort: volle Sonne, nährstoffreicher, durchlässiger Boden mit neutralem pH-Wert.
- Blüht früh (April–Mai) — während der Blüte frostempfindlich.
- Viele Sorten benötigen für einen guten Fruchtansatz eine andere Sorte als Befruchter.
- Ein jährlicher Form- und Auslichtungsschnitt ist entscheidend für die Gesundheit der Krone.
- Langlebig — bei guter Pflege trägt sie jahrzehntelang Früchte.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 4–12 m
- Breite
- 3–6 m
- Wuchsform
- Kegelförmig
- Wuchsgeschwindigkeit
- Mäßig
- Standort
- Sonne
- Boden
- Lehmig, Humos
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- April–Mai
- Winterhärte
- USDA 5a–8b
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Ein kräftig wachsender Baum, der in der Jugend eine schlanke, kegelförmige Krone bildet, die mit zunehmendem Alter breiter wird. Die weißen, in Dolden stehenden Blüten erscheinen vor oder gleichzeitig mit den Blättern. Die Frucht ist die charakteristische birnenförmige Kernfrucht mit Samenkammern, deren Fruchtfleisch Steinzellen enthält, die ihr eine besondere, leicht knackige Textur verleihen.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Junge Bäume regelmäßig gießen, bis sie vollständig angewachsen sind (2–3 Saisons); ausgewachsene Birnbäume vertragen dank ihres tiefen Wurzelsystems kurze Trockenperioden gut.
Düngung
Mäßig — ein Stickstoffüberschuss verlängert das Triebwachstum zulasten der Blütenknospenbildung und schwächt die Gesundheit des Holzes.
Pflanzung
Pflanzloch breiter als der Wurzelballen, aufgelockerter, mit Kompost angereicherter Boden; sonniger Standort, geschützt vor starken Winden während der Blütezeit.
Schnitt
In den ersten Jahren Formieren einer Etagen- oder Hohlkrone; später Auslichtungsschnitt — Entfernen von Konkurrenztrieben, sich kreuzenden Trieben und sogenannten Wasserschossen, die senkrecht ins Innere der Krone wachsen.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Im Unterwuchs des Obstgartens ausgesät, hält sie einige Schadinsekten fern und lockt während der Birnenblüte Bestäuber an.
Sie halten im Obstgarten eine dauerhafte Population von Bestäubern und Nützlingen aufrecht und unterstützen so den Fruchtansatz.
Schlechte Nachbarschaft
Konkurriert mit der Birne um dieselben Bestäuber in einem ähnlichen Blühzeitraum und teilt mit ihr die Anfälligkeit für Feuerbrand, eine gefährliche bakterielle Krankheit, die sich leicht zwischen eng beieinander wachsenden Rosengewächsen überträgt.
Der Wacholder ist Zwischenwirt des Pilzes, der den Birnengitterrost verursacht, eine gefährliche Krankheit der Blätter und Früchte der Birne.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Kerne enthalten wie bei anderen Rosengewächsen geringe Mengen cyanogener Verbindungen, doch die Frucht selbst ist völlig unbedenklich und essbar. |
| Hunde | Keine | — |
| Katzen | Keine | — |
Geschichte und Herkunft
In Europa und Kleinasien seit der Antike kultiviert — bereits den Griechen und Römern bekannt, die zahlreiche Sorten beschrieben. Eine intensive Züchtung neuer Sorten entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert in Frankreich und Belgien und legte den Grundstein für die meisten heutigen Tafelsorten.
Verwendung
Anbau im Obstgarten für Tafelfrüchte, für die Verarbeitung (Kompott, Trockenobst, Liköre) sowie als Alleebaum oder Solitär in größeren Gärten und Parks wegen der dekorativen, reichen Blüte.
Wissenswertes
- Manche alten Birnbäume erreichen ein Alter von über 100–150 Jahren, deutlich mehr als typische Apfelbäume.
- Die Sorte 'Conference' wurde in England gezüchtet und verdankt ihren Namen einer Auszeichnung, die sie 1885 auf einer Gartenbaukonferenz erhielt.
Häufige Fragen
Warum blüht meine Birne wunderschön, setzt aber keine Früchte an?
Die häufigste Ursache ist das Fehlen eines geeigneten Befruchters — viele Birnensorten sind selbstunfruchtbar und benötigen eine zweite, zur gleichen Zeit blühende Sorte in der Nähe sowie das Vorhandensein von Bienen während der Blütezeit.
Wie erkennt man Feuerbrand an der Birne?
Das charakteristische Symptom ist ein plötzliches, schwarzes, wie verbrannt wirkendes Welken von Blüten, Blättern und jungen Trieben, die sich in Form eines „Hirtenstabs" nach unten biegen. Befallene Teile müssen sofort deutlich unterhalb der Symptome herausgeschnitten und die Werkzeuge desinfiziert werden.
Wann erntet man Birnen, damit sie gut reifen?
Die meisten Sorten werden kurz vor der vollen Reife gepflückt — wenn sich die Frucht bei leichtem Anheben mühelos vom Zweig löst — und lässt man in einem kühlen Raum nachreifen, da am Baum reifende Birnen von innen häufig braun werden.
Quellen
- RHS — Pyrus communis (pear)Institution / Botanischer Garten
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
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