Kurz gefasst
- Blüht Ende März bis Anfang April — unter polnischen Bedingungen ist das das Hauptproblem der Kultur: Fröste vernichten die Blüten und machen die Ernte in vielen Jahren zunichte.
- Benötigt den wärmsten, geschützten Platz im Garten; Geländesenken meiden, in denen sich kalte Luft staut.
- Kurzlebig — er trägt in der Regel nur 12–20 Jahre lang reichlich, danach wird der Baum durch einen neuen ersetzt.
- Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar, sodass eine zweite Sorte nicht nötig ist — anders als bei der Süßkirsche.
- Fruchtet ausschließlich an einjährigen Trieben und verlangt daher einen jährlichen, kräftigen Schnitt im Stadium der rosa Knospe.
- Die Hauptkrankheit: die Kräuselkrankheit des Pfirsichs — nur vorbeugend zu bekämpfen, vor dem Aufbrechen der Knospen.
Botanische Daten
- Familie
- Rosaceae (Rosaceae)
- Höhe
- 2.5–5 m
- Breite
- 3–5 m
- Wuchsform
- Ausladend
- Wuchsgeschwindigkeit
- Schnell
- Standort
- Sonne
- Boden
- Sandig, Humos, Lehmig
- pH-Wert
- pH 6–7
- Feuchtigkeit
- Mäßig
- Blütezeit
- März–April
- Winterhärte
- USDA 5b–9a
- Vermehrung
- Aus Stecklingen, Aus Samen
Merkmale
Ein kleiner Baum mit niedriger, breiter Krone, meist ohne Mitteltrieb (als Hohlkrone) geführt. Die Blätter sind sehr charakteristisch — lang, schmal-lanzettlich, zugespitzt, sichelförmig gebogen, wodurch sich der Pfirsich leicht von der Aprikose mit ihren breiten, fast herzförmigen Blättern unterscheiden lässt. Die Blüten sind rosa, sitzend, einzeln oder zu zweit, und entfalten sich an kahlen Trieben vor den Blättern. Die Frucht ist eine Steinfrucht mit deutlicher Furche und samtig behaarter Haut; der Stein ist tief gefurcht und runzlig. Die Nektarine ist keine eigene Art — sie ist ein Pfirsich (Prunus persica var. nucipersica) mit einer rezessiven Mutation, welche die Behaarung der Haut aufhebt.
Anbau und Pflege
Bewässerung
Die wasserbedürftigste Zeit sind Juli und August, wenn die Früchte an Größe zulegen — Wassermangel ergibt kleine, trockene Pfirsiche. Zugleich verträgt die Art stehendes Wasser überhaupt nicht: Auf schweren und staunassen Böden faulen die Wurzeln, und der Baum stirbt binnen weniger Saisons ab.
Düngung
Der Pfirsich fruchtet ausschließlich an den Trieben des Vorjahres und benötigt daher jährlich kräftige Zuwächse — er ist stickstoffhungriger als andere Steinobstbäume. Die Stickstoffdüngung darf jedoch nicht bis in den Juli und August verlängert werden: nicht verholzte Triebe erfrieren im Winter.
Pflanzung
Der Standort entscheidet über den Erfolg der Kultur mehr als die Sorte: der wärmste, windgeschützte Platz im Garten, am besten an der Süd- oder Südwestwand eines Gebäudes. Unbedingt Geländesenken und Täler meiden, in die in windstillen Nächten kalte Luft abfließt und sich staut (sogenannte Frostlöcher) — dort vernichten Spätfröste die Blüten am empfindlichsten. Der Boden durchlässig, warm und leicht.
Schnitt
Eine Hohlkrone (Kesselkrone) ohne Mitteltrieb führen, mit 3–4 Leitästen und einem offenen, gut belichteten Inneren. Da die Früchte nur an einjährigen Trieben angesetzt werden, führt man jedes Jahr einen kräftigen Verjüngungs- und Auslichtungsschnitt durch, entfernt die bereits abgetragenen Triebe und schafft Raum für neue Zuwächse.
Begleitpflanzen
Gute Nachbarschaft
Beide Arten blühen sehr früh und verlangen denselben, wärmsten und geschützten Standort — im Garten lohnt es sich, sie in einem einzigen, bestmöglich geschützten Winkel zu gruppieren, statt sie über das Grundstück zu verteilen.
In die Baumscheibe gepflanzt, vertreibt er mit seinem starken Geruch traditionell Blattläuse, welche die jungen Blätter des Pfirsichs einrollen.
Sie halten die Baumscheibe frei von Grasnarbe, beschatten die Krone nicht und locken Nützlinge an, ohne stark mit dem flachen Wurzelsystem des Baumes um Wasser zu konkurrieren.
Schlechte Nachbarschaft
Arten der Gattung Prunus gehören zu den empfindlichsten gegenüber Juglon — einer allelopathischen Substanz, die von den Wurzeln der Schwarznuss abgegeben wird, ihr Wachstum hemmt und zum Absterben führt.
Einen Pfirsich an der Stelle eines anderen Steinobstbaumes zu pflanzen, führt zur Nachbaukrankheit („Bodenmüdigkeit“) — der junge Baum wächst trotz guter Pflege schlecht. Man muss den Boden austauschen oder einen anderen Platz wählen.
Die Belegstufe zeigt an, ob der Zusammenhang durch Studien, Beobachtung oder gärtnerische Tradition gestützt ist.
Giftigkeit
| Für wen | Stufe | Hinweise |
|---|---|---|
| Menschen | Keine | Die Frucht ist essbar und unbedenklich. Der im Stein verborgene Samen enthält, wie bei anderen Prunus-Arten, Amygdalin — er sollte nicht verzehrt werden. |
| Hunde | Leicht | Die Gefahr geht von zerbissenen Steinen und in größerer Menge gefressenen Blättern aus; das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich. Ein ganzer, von einem Hund verschluckter Stein droht zudem den Verdauungstrakt zu verstopfen. |
| Katzen | Leicht | Das Risiko betrifft vor allem zerbissene Steine und Blätter. |
| Pferde | Mäßig | Welkende Blätter von Pflanzen der Gattung Prunus setzen besonders viel Blausäure frei — Schnittreste dürfen nicht auf die Weide geworfen werden. |
Geschichte und Herkunft
Der Pfirsich wurde in China bereits vor etwa 4000 Jahren angebaut und nimmt in der dortigen Kultur als Symbol der Langlebigkeit und Unsterblichkeit einen wichtigen Platz ein — die „Pfirsiche der Unsterblichkeit“ tauchen in taoistischen Mythen auf. Über die Handelswege durch Zentralasien und Persien gelangte er nach Griechenland und Rom und von dort in das übrige Europa; der römische Name malum persicum („persischer Apfel“) verfestigte die irrige Überzeugung von seiner persischen Herkunft, die im wissenschaftlichen Namen bis heute fortlebt.
Verwendung
Ausschließlich für Hausgärten in den wärmsten Regionen des Landes und an den bestgeschützten Standorten — klassisch an der Südwand eines Gebäudes, wo die Mauer Wärme abgibt und vor Wind schützt. Die Früchte werden roh verzehrt sowie zu Kompott, Konfitüre und Trockenobst verarbeitet. Wegen des kurzen Lebens des Baumes plant man die Kultur mit der Annahme eines Austauschs alle gut zehn Jahre.
Wissenswertes
- Der Artname persica legt Persien nahe, doch die Heimat des Pfirsichs ist China — Persien war nur eine Zwischenstation auf seinem Weg nach Europa.
- Die Nektarine ist weder eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume noch eine eigene Art, sondern ein Pfirsich mit einer Mutation, welche die Behaarung der Haut aufhebt — an einem Pfirsichbaum kann ein Ast wachsen, der Nektarinen trägt, und umgekehrt.
- Pfirsich und Aprikose lassen sich am einfachsten am Blatt erkennen: Der Pfirsich hat schmale, lanzettliche Blätter, die Aprikose — breite, fast herzförmige.
Häufige Fragen
Warum blüht der Pfirsich reich, trägt aber keine Früchte?
Meist sind Spätfröste schuld. Der Pfirsich blüht Ende März bis Anfang April, und die geöffneten Blüten sterben bereits bei etwa −2 °C ab — eine einzige kalte Nacht kann die gesamte Ernte zunichtemachen. Der zweite Grund ist die ausbleibende Bestäubung trotz gesunder Blüten: Bei kühlem, regnerischem Wetter fliegen die Bienen kaum (unterhalb von etwa 12 °C). Der dritte — die Pflanzung des Baumes in einer Geländesenke, in die kalte Luft abfließt und sich staut. Das Fehlen einer zweiten Befruchtersorte ist in der Regel NICHT die Ursache, denn die meisten Pfirsiche sind selbstfruchtbar.
Die Blätter des Pfirsichs sind verdickt, gewellt und rötlich — was ist das?
Das ist die Kräuselkrankheit des Pfirsichs, eine durch Taphrina deformans verursachte Pilzkrankheit — das typischste Problem dieser Art. Befallene Blätter verdicken sich, kräuseln sich, nehmen eine rötliche Farbe an und fallen ab, was den Baum ernstlich schwächt. Entscheidend ist die Vorbeugung: Die Spritzungen erfolgen vorbeugend gegen Ende des Winters, vor dem Aufbrechen der Knospen (und häufig auch im Herbst nach dem Blattfall). Nach dem Auftreten der Symptome wirkt eine Spritzung nicht mehr — es bleibt das Entfernen und Vernichten der befallenen Blätter. Es lohnt sich, zu weniger anfälligen Sorten zu greifen.
Braucht der Pfirsich einen zweiten Baum zur Bestäubung?
In der Regel nicht — die überwiegende Mehrheit der Pfirsichsorten ist selbstfruchtbar, und ein einzelner Baum trägt selbstständig (Ausnahmen wie die Sorte „J.H. Hale“ sind selten). Das ist ein wichtiger Unterschied zur Süßkirsche, die fast immer einen Befruchter benötigt. Beim Pfirsich ist der begrenzende Faktor für die Ernte nicht die Bestäubung, sondern der sehr frühe Blütezeitpunkt und das damit verbundene Frostrisiko — statt einen Befruchter zu suchen, lohnt es sich daher, in den wärmstmöglichen Standort zu investieren.
Quellen
- Plants of the World Online (POWO)Datenbank (GBIF, POWO…)
- RHS — Prunus persica (peach)Institution / Botanischer Garten
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